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Sun macht weitere Fortschritte

15.10.2004
Dank der stärkeren Server-Nachfrage hat Sun Microsystems im ersten Geschäftsquartal 2004/05 nach drei trüben Jahren das zweite Quartal in Folge ein Umsatzwachstum erzielt.

Dank der stärkeren Server-Nachfrage hat Sun Microsystems im ersten Geschäftsquartal 2004/05 nach drei trüben Jahren das zweite Quartal in Folge ein Umsatzwachstum erzielt. Wie das Unternehmen aus Santa Clara, Kalifornien, bekannt gab, stiegen die Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,6 Prozent auf 2,63 Milliarden Dollar. Der Nettofehlbetrag schrumpfte im Jahresvergleich von 286 Millionen auf 174 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie.

Einmaleffekte wie eine Schadensersatzzahlung über 82 Millionen Dollar aufgrund der Einigung mit Eastman Kodak (Computerwoche.de berichtete) sowie 108 Millionen Dollar Restrukturierungskosten ausgeklammert, erzielt der Unix- und Server-Spezialist einen Profit von 13 Millionen Dollar oder ein ausgeglichenes Ergebnis je Aktie. Sun übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Diese hatten laut Umfrage von Thomson First Call im Schnitt mit einem Pro-forma-Verlust von drei Cent je Anteil - wenn auch bei einem leicht höheren Umsatz von 2,71 Milliarden Dollar - gerechnet.

Wie der Konzern bekannt gab, folgte er den Aufforderungen der Investoren, reduzierte die Kosten und steigerte somit die Bruttogewinnmarge (vor Sonderkosten) gegenüber dem vorangegangenen vierten Quartal 2003/04 von 39,4 auf knapp 43 Prozent. Die Kalifornier hatten im April angekündigt, 3300 Mitarbeiter zu entlassen. Im Berichtszeitraum wurden die verbliebenen 900 Kündigungen vorgenommen. Bislang wurden im Zuge der Restrukturierung die jährlichen Betriebskosten um 260 Millionen Dollar reduziert, teilte der Konzern mit. Bis Ende des Jahres sollen die Aufwendungen um 500 Millionen Dollar pro Jahr sinken. Gleichzeitig profitierte Sun nach eigenen Angaben von einem stärker lösungs- als produktorientierten Vertriebsansatz.

Trotz der ermutigenden Zahlen ist der IT-Anbieter allerdings noch nicht vollends über dem Berg: So verdankte die Company einen Großteil des Umsatzwachstums den Serviceerlösen, die im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 952 Millionen Dollar stiegen. Die Produkteinnahmen legten dagegen nur leicht auf 1,67 Milliarden Dollar zu. Finanzchef Steve McGowan verwies allerdings darauf, dass im Berichtsquartal 52 Prozent der Serverumsätze mit Maschinen erzielt wurden, die auf dem neuen Dual-Core-Ultra-Sparc-IV-Prozessoren basieren. Dabei hätten insbesondere Geräte mit vier bis 24 Prozessoren die Einnahmen angetrieben. Im Lowend-Bereich verursachten die mit AMD-Prozessoren ausgerüsteten x86-Server ein Wachstum von 36 Prozent, in diesen Markt ist Sun erst vor kurzem eingedrungen.

In den USA verbuchte das Unternehmen einen Einnahmenrückgang um fünf Prozent, bedingt durch die sinkenden Investitionen der TK-Anbieter und der Öffentlichen Hand. In Europa dagegen kletterte der Umsatz um 18 Prozent, angetrieben durch das starke Wachstum in Großbritannien, Italien und Spanien. Hierzulande lag der Zuwachs mit rund vier Prozent auf Konzernniveau, gleichzeitig wurde ein operativer Gewinn erzielt. Für das Gesamtjahr 2004/05 habe sich Sun ein zweistelliges Umsatzplus vorgenommen, erklärte Unternehmenssprecher Martin Häring der COMPUTERWOCHE und verwies auf eine Reihe von Großaufträgen, sowohl für Highend-Server, als auch für die neue x86-Reihe.

Große Ziele hat auch der Gesamtkonzern: "Von nun an starten wir in die große Offensive", erklärte Sun-CEO Scott McNealy. Der Firmenchef setzt dabei unter anderem auf das für November angekündigte Betriebssystem "Solaris 10", eines der besten Produkte des Jahrzehnts, so McNealy. (mb)