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Sun: J2SE wird sicherer und schneller

25.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun hat in dieser Woche seinen Entwicklern die Final-Candidate-Version von J2SE (Java 2 Standard Edition) zur Verfügung gestellt, die offiziell im Februar veröffentlicht wird. Diese wird dank voller Kerberos-Implementierung sicherer und soll rund doppelt so schnell laufen wie das aktuelle Release 1.3.

Kerberos ist ein am Bostoner MIT entwickeltes Protokoll zur Benutzerauthentifizierung mit starker Verschlüsselung. Der eigentlich schon länger bekannte Standard hatte im vergangenen Jahr neue Schlagzeilen gemacht, als Microsoft ihn für künftige Versionen seines Single-Sign-on-Dienstes "Passport" auswählte. Sherman Dickman, Senior Product Manager Java von Sun, distanzierte sich allerdings von Microsofts Implementierung wegen deren proprietärer Ergänzungen. Sun verwende in J2SE stattdessen den "MIT-Industriestandard".

Neben Kerberos gibt es in J2SE 1.4 weitere neue Sicherheitstechniken, unter anderem die Erweiterungen Java Secure Socket und Java Cryptography. Dazu gesellen sich ferner der Java Authentication and Authorization Service sowie die Programmierschnittstelle Certificate Path API.

Anwender dürfte allerdings weit mehr interessieren, dass Version 1.4 dank Veränderungen der Architektur laut Dickman doppelt so schnell läuft wie J2SE 1.3. Möglich wird dies laut "Computerwire" unter anderem durch ein neues I/O-Package, dass individuelle Threads durch gleichzeitige Verbindungen zum Server ersetzt. Dieser kann dann mehr Anwendungen über weniger Kanäle bedienen, was Leistung und Skalierbarkeit erhöht.

Des weiteren beherrscht die neue J2SE-Version Mapped Memory Files, mit denen Java auf nativen Speicher zugreifen kann - eine Technik die unter anderem in C und C++ geschriebene Anwendungen nutzen. Die Entwickler haben ferner Unterstützung für 64-Bit-Solaris auf der Sparc-Plattform integriert. Dadurch vergrößert sich unter anderem die Datenmenge, die ohne Plattenzugriff im Speicher gehalten werden kann. (tc)