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Sun ist meilenweit entfernt von schwarzen Zahlen

30.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems geht es nicht gut: Das Unternehmen gab gestern bekannt, es erwarte für sein am Sonntag abgeschlossenes erstes Fiskalquartal einen Nettoverlust von sieben bis zehn Cent pro Aktie (was auf 230 bis 325 Millionen Dollar hinausliefe). Im Vorjahreszeitraum hatte Sun einen Fehlbetrag von 111 Millionen Dollar oder vier Cent je Anteilschein ausgewiesen. Für das aktuelle Vierteljahr hatte das in Santa Clara ansässige Unternehmen bislang keine Prognose genannt; die von Thomson First Call befragten Analysten gingen von minus zwei Cent pro Aktie aus.

Doch damit nicht genug: Aufgrund der gesenkten Gewinnerwartung muss Sun für das vorhergehende vierte Quartal des vorigen Geschäftsjahres aufgrund eines nun nicht mehr haltbaren Steuervortrags nachträglich eine Sonderbelastung in Höhe von 1,05 Milliarden Dollar abschreiben. Dadurch werden aus dem ursprünglich für den Dreimonatszeitraum ausgewiesenen Gewinn von zwölf Millionen Dollar oder break-even pro Aktie 1,04 Milliarden Dollar oder 32 Cent je Anteilschein Verlust.

"Angesichts der gegenwärtigen Marktlage und unserer Performance im ersten Quartal haben wir unsere kurzfristige Gewinnprognose gesenkt", erklärte Finanzchef Steve McGowan. Er verwies darauf, dass Sun jedoch noch immer über 5,7 Milliarden Dollar liquide Mittel verfüge. Weitere Kommentare gab es nicht, da Sun in die Quiet Period vor Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen am 16. Oktober eingetreten ist.

Sun macht sein Hauptgeschäft mit Unix-Servern und leidet sowohl unter der Investitionszurückhaltung der Unternehmen als auch unter hartem Wettbewerb mit unter anderem IBM und HP sowie Intel-basierenden Systemen unter Linux. "Die strukturellen Probleme, mit denen sich Sun konfrontiert sieht, zeigen sich weiterhin", befindet Sanford-Bernstein-Analyst Toni Sacconaghi. Er bezeichnete die Prognose für das erste Quartal und die Abschreibung als "gewaltig und neuerlichen deutlichen Rückschritt für Sun".

Suns Aktie, die zum Nasdaq-Fixing gestern zwei Cent fester bei 3,86 Dollar notiert hatte, fiel nach Bekanntwerden der Nachricht im nachbörslichen Handel laut Island ECN auf 3,49 Dollar. (tc)