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Sun hat einiges in der Pipeline

08.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Derzeit kursieren Gerüchte, dass Sun Microsystems in Kürze - wahrscheinlich im Umfeld der Supercomputing 2002 Mitte November in Baltimore - eine Reihe von Ankündigungen vor allem im Server-Umfeld tätigen wird. Das gewöhnlich gut informierte "Computerwire" will beispielsweise von einer Zwölf-Wege-Version der "V"-Serie erfahren haben, die sei Februar mit Ultrasparc-III-Prozessoren am Markt ist.

V steht hier für Value - das aktuelle Topmodell "V880" kostet etwa halb so viel wie der theoretisch gleich starke und ebenfalls mit acht CPUs bestückte "Vollwert"-Server "Sunfire 3800". Die V-Server verwenden Zwei-Wege-Boards; ein möglicher "V1280" müsste deren sechs beherbergen. Denkbar wäre aber auch eine abgespeckte Version der Vier-Wege-Boards aus den Sunfire-Midrange-Maschinen. Über den CPU-Takt eines Zwölf-Wege-V-Servers kann man nur spekulieren; am wahrscheinlichsten wären die aktuell verfügbaren Taktraten von 900 Megahertz, 1,015 und 1,05 Gigahertz (auch wenn psychologisch mehr als 1 Gigahertz sicher wünschenswert wären). Erfahren haben will "Computerwire" übrigens auch von einer "Netra 1280" - wohl eine NEBS-kompatible, gleichstromvesorgte Ausführung speziell für den Telco-Gebrauch.

Auch Suns Blade-Server stehen kurz vor der Marktreife - heißen werden sie aber sicher anders, denn "Sunblade" ist bereits für die aktuellen Ultrasparc-III-Workstations reserviert. Denkbar wäre, dass Sun erstmals Unix- und Intel-Blades in einem gemeinsamen Chassis anbietet (IBM und HP haben dies ebenfalls für die Zukunft angekündigt). Gleichfalls in der Mache ist eine neue schnelle Cluster-Technik namens "Wildcat", die auf Fibrechannel basiert und bis zu acht intern als "Maxcat" bezeichnete Server zu einem Single System Image zusammenführt.

Erwartet wurde diese Technik eigentlich schon im September vergangenen Jahres zusammen mit dem 72-Wege-System "Sunfire 15K", allerdings war sie seinerzeit wohl noch nicht ganz serienreif. Ende Juli 2002 kündigte Sun dann an, das britische Cambridge-Cranfield HPCF (High Performance Computing Facility) habe eine Maxcat-Konfiguration mit 2 Tflops Rechenleistung für 40 Millionen Dollar geordert - Suns bis dato größter HPC-Abschluss.

Im Server-Lowend wird Sun demnächst auch völlig neuartige Prozessoren mit bis zu acht Cores einführen, die vor allem spezielle Netzaufgaben (beispielsweise TCP/IP Offloading, SSL-Requests oder Bearbeitung großer Grafik-Files) besser erledigen können sollen als herkömmliche CPUs. Entsprechende Technik hatte Sun mit der Übernahme von Afara WebSystems Anfang des Jahres zugekauft. Wann die McNealy-Firma diese tatsächlich auf den Markt bringt, ist ungewiss. Das könnte aber "früher sein, als Sie denken", so Marketing Director Graham Lowell bei einem Presse-Briefing in der vergangenen Woche. (tc)