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Sun entdeckt 68 Millionen Dollar mehr Umsatz

01.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems hat im vierten Geschäftsquartal 2001/2002 (Ende: 30. Juni) 68 Millionen Dollar höhere Einkünfte erwirtschaftet als ursprünglich berichtet. Dies gab das kalifornische Unternehmen in seinem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt. Durch die Korrektur klettert der Nettogewinn für den betroffenen Zeitraum nach Abzug von Steuern von 20 Millionen auf 61 Millionen Dollar. Das Verlust für das gesamte Geschäftsjahr sank auf 587 Millionen Dollar oder 18 Cent je Anteilschein.

Sun erklärte, bei einer nachträglichen Überprüfung hätte das Unternehmen niedrigere Ausgaben für Umsatzprämien (42 Millionen Dollar) und Urlaubsgelder (19 Millionen Dollar) festgestellt Außerdem sei ein Gewinn von sieben Millionen Dollar durch einer Falschbuchung bei einer internen Lieferung entdeckt worden. Die Korrektur stelle jedoch nur einen Bruchteil der insgesamt 3,4 Milliarden Dollar Umsatz dar.

Zudem kündigte Sun eine Wertberichtigung in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar an, falls sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens bis Ende diesen Jahres nicht wieder auf 29,1 Milliarden Dollar ansteigen sollte. Derzeit beläuft sich der Börsenwert der Kalifornier auf lediglich 8,4 Milliarden Dollar.

Außerdem wurde bekannt, dass das US-Ministerium für Handel, Industrie und Sicherheit (BIS) Untersuchungen gegen den Rechnerhersteller wegen möglicher Verletzung der Exportbestimmungen eingeleitet habe. Die Vorwürfe sollen sich laut Medienberichten auf Lieferungen nach Ägypten und China in den Jahren 1997/98 beziehen. Darüber hinaus will das Ministerium in Kürze weitere Anschuldigungen vorbringen, teilte Sun mit.

Daneben enthüllte der Server-Spezialist noch die Bezüge der Vorstandschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr. Demnach löste CEO Scott McNealy Aktienoptionen im Wert von 25 Millionen Dollar ein. Sein reguläres Gehalt fiel mit 100.000 Dollar dagegen vergleichsweise niedrig aus, ebenso der Bonus von 487.500 Dollar. Zusätzlich wurde McNealy noch mit 3,5 Millionen neuen Aktienoptionen entschädigt. Diese können erst bei einem Kursanstieg von mehr als 100 Prozent eingelöst werden.

Schließlich meldete der Konzern, dass der ehemalige SEC-Buchhalter Lynn Turner und Suns Ex-CFO Michael Lehman zum 7. November dem Verwaltungsrat beitreten werden. Die Zahl der Board-Mitglieder steigt damit auf zehn Personen. (mb)