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Sun bringt neue Java-Entwicklungs-Tools

18.09.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems kündigt heute die neueste Version seiner Tool-Suite Forte for Java an. Im Mittelpunkt stehen dabei die Zertifizierung für Enterprise Java Beans (EJB) und Java 2 Enterprise Edition (J2EE), mit denen Sun seine eigenen Web-Services gegen Microsofts .Net etablieren möchte. "Forte for Java 3.0 Enterprise Edition" soll die Komponententechnik EJB im Unternehmensumfeld etablieren. Mit der Zertifizierung für J2EE will die McNealy-Company nach Einschätzung von "Computerwire" von vornherein den Eindruck verwischen, Entwickler bänden sich durch den Einsatz von Forte an einen bestimmten Application Server.

Produkt-Manager Drew Engstrom betonte, dass die Tools mit jedem J2EE-kompatiblen AppServer kompatibel seien - selbst wenn sie zugegebenermaßen für den Application Server 6.0 von iPlanet optimiert sind. "Wir müssen sicher stellen, dass wir mit jedem Application Server können, weil Anwender selten auf ein einziges Produkt standardisieren. Wer einmal den .Net-Pfad einschlägt, kann ihn nie mehr verlassen. Java muss sich seine Portabilität erhalten", so der Sun-Mann.

In Sachen XML (Extensible Markup Language) bietet Forte for Java 3.0 XML-Binding, das Erzeugen von XML-Messaging ohne dass man die In- und Output-Parameter eigens programmieren müsste. Bei der Erstellung von Plugin-Modulen für andere aktuelle Web-(Service-)Standards wie SOAP (Simple Object Access Protocol), WSDL (Web Services Description Language) oder UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) verlässt sich Sun allerdings auf Partner.

Als problematisch könnte sich allerdings erweisen, dass auch die aktuellste Forte-Version weder erste Implementierungen von EJB 2.0 (die in Application Servern teilweise schon zu finden sind) noch J2EE 1.3 - Forte ist noch auf dem Stand 1.2.2 - unterstützt. Auf ein gemeinsames Query-Modell, dass die Entwicklung vereinfacht und effiziente Abfrage zwischen unterschiedlichen Appservern und Beans ermöglicht, müssen Java-Entwickler wohl noch bis zu kommenden Forte-Versionen warten, die nach Microsofts .Net auf den Markt kommen.

Die Enterprise Edition von Forte for Java 3.0 kostet knapp 1200 Dollar. Aus dem Portfolio gestrichen wurde die bislang für rund 500 Dollar angebotene "Internet Edition". Deren wichtigste Features - Java Server Pages, Servlets, Wizards - finden sich künftig in der "Community Edition", die für Entwickler kostenlos erhältlich ist.