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Sun arbeitet an Entwickler-Kit für Staroffice

26.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um seine Bürosuite "Staroffice" langfristig sinnvoll gegen den Platzhirsch Microsoft Office positionieren zu können, arbeitet Sun Microsystems einem Bericht von "Computerwire" zufolge sowohl an einem Development Kit als auch an Tools, die in Visual Basic for Applications geschriebene Makros aus MS Office in Staroffice-Makros verwandeln, die Java-APIs nutzen und damit aufgrund des "Sandbox"-Prinzips von Java sicherer arbeiten.

Das Developer Kit soll sicherstellen, dass Unternehmen sowohl die bestehenden Staroffice-Anwendungen für ihre Zwecke erweitern als auch ganz neue Applikationen programmieren können. Auf diese Weise soll - ähnlich wie auch beim großen Konkurrenten - ein "Ökosystem" von Drittanbietern und ISVs rund um das Anwendungspaket entstehen. Bis dato beschränkte sich die Unterstützung für die Developer größtenteils auf Dokumentation und Plug-ins für das Java-IDE (Integrated Development Environment) "Sun ONE Studio".

Curtis Sasaki, Vice President of Engineering for Desktop Solutions, musste allerdings einräumen, dass speziell die Konvertierung von VBA-Makros in Java-APIs alles andere als eine einfache Aufgabe darstellt. Deshalb gibt es auch noch keinen Termin für die Veröffentlichung von Developer Kit und Tools. Eine nächste Version von Staroffice steht für Oktober 2003 ins Haus. Diese wird Sun dem Vernehmen nach als "schlanke" Alternative zu Microsofts "Office 11" positionieren, das mit einer ganzen Reihe neuer Features aufwartet. In Staroffice sollen sich stattdessen noch mehr Features als bisher bei Bedarf abschalten lassen, um eine Anpassung der Suite an die Bedürfnisse spezifischer Anwendergruppen zu erleichtern.

Der mit Staroffice 6 eingeführte modularere Ansatz hat sich übrigens Sasaki zufolge bislang kaum durchgesetzt. Obwohl der Anwender bei der Installation die Wahl hat, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentations- und Grafikprogramm einzeln zu installieren, hätte sich doch die meisten für das komplette Paket entschieden, erklärte der Sun-Mann. (tc)