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Suchmaschine verklagt Versign wegen Site Finder

19.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Popular Enterprises aus Orlando, Florida, Betreiber der Suchmaschine Netster.com hat Verisign auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Versign betreibt seit einigen Tagen den Internet-Dienst "Site Finder",der Surfern, die eine fehlerhafte oder nicht vergebene Internet-Adresse mit den Endungen .com oder .net eingeben, eine Suchseite sowie eine Liste mit alternativen Links präsentiert. Bisher erhielt der Anwender eine Fehlermeldung von seinem Web-Browser.

Der Kläger wirft dem Unternehmen wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken vor. Der Grund: Popular Enterprises bietet neben seiner Search-Engine einen Service namens "Smartbrowse" an, der Anwendern weiterhilft, falls sie eine nicht vergebene URL eintippen. Verisigns Site Finder würde diesem Dienst Traffic wegnehmen. Von einer normalen Konkurrenzsituation könne aus Sicht des Netster-Betreibers nicht die Rede sein, da Versign die Domain-Server für .com und .net betreibt und so direkten Zugriff auf den Netzverkehr hat. Der Domain-Dienstleister hat sich bisher nicht zu der Klage geäußert.

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Auch von anderer Seite wurde Verisign mit Kritik überhäuft: Netzbetreiber bemängelten, dass die Server des Site-Finder-Dienstes Spam-Filter zum Teil unwirksam machten. Grund dafür ist ein E-Mail-Director, der nicht dem Standard Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) entspricht (Computerwoche Online berichtete). Um den umstrittenen Verisign-Service zu umgehen, bietet das Internet Software Consortium (ISC) einen Patch für die von ihr herausgegebene Domain-Server-Software Bind an (Computerwoche Online berichtete). (fn)