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Stühlerücken im Nortel-Management

07.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um seine Führungsetage zu verstärken, hat Nortel Networks den ehemaligen Cisco-Manager Gary Daichendt geholt. Als neuer President des kanadischen TK-Ausrüsters entlastet der 53-Jährige den Nortel-CEO William Owens, der zuvor auch diese Aufgabe inne gehabt hatte. Außerdem wird Daichendt als Chief Operating Officer (COO) die Bereiche Provider und Großunternehmen leiten, sowie für Forschung & Entwicklung und für den weltweiten Verkauf und Geschäftsbetrieb verantwortlich zeichnen. Daichendt übernimmt damit unter anderem die Aufgaben von Pascal Debon, dem bisherigen Leiter der Business-Unit Carrier Networks. Während Debon künftig als Sonderberater assistieren wird, ist das Schicksal anderer Nortel-Manager - Enterprise President Malcolm Collins, Global Operations President Sue Spradley und Global Services President Chahram Bolouri - noch ungeklärt.

Nortel ist seit Monaten damit beschäftigt, die Folgen eines Bilanzskandals zu beseitigen, mit dem sich auch die US-amerikanischen und kanadischen Regulierungsbehörden beschäftigten. Im Zusammenhang mit überhöhten Rückstellungen in den Bilanzen der Jahre 2001 und 2002, deren Auflösung zum Großteil für den überraschenden Turnaround im Jahr 2003 verantwortlich war, hat das Unternehmen bereits im Frühjahr 2004 mehrere Top-Manager entlassen, darunter CEO Frank Dunn, Finanzchef Douglas Beatty sowie den für Bilanzen zuständigen Michael Gollogly. "Wir spielen auf Sieg und Daichendt wird eine wichtige Rolle dabei einnehmen", erklärte Nortel-CEO Owens, der nun zusätzlich als Vice-Chairman amtieren wird. Außerdem bekam der angehende Finanzchef Peter Currie den Titel eines Executive Vice President verliehen. (mb)