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Studie prophezeit Online-Supermärkten eine goldene Zukunft

12.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Laut Datamonitor soll der Markt für via Internet gekaufte Lebensmittel weltweit bis 2005 auf über 55 Milliarden Dollar anwachsen. Dies entspricht einem jährlichen Anstieg von fast 80 Prozent. Nach Prognosen der Marktforscher entfallen davon für die europäische Online-Grocer in vier Jahren über 23 Milliarden Dollar. Sollte diese Einschätzung stimmen, gaben Dutzende von Unternehmen wie zuletzt Webvan oder Homeruns.com auf, bevor der eigentliche Boom beginnt.

Wie in allen Bereichen des E-Commerce bieten auch im Internet-Geschäft mit Lebensmitteln Nischenprodukte ein hohes Wachstumspotential. Im Falle der Online-Lebensmittelhändler sind das etwa edle Weine, Delikatessen und Nahrungsmittel aus ökologischem Anbau. Bei diesen Produkten verbuchen die Verkäufer höhere Gewinnspannen als im Geschäft mit herkömmlichen Lebensmitteln, die Lieferkosten sind aber identisch. Außerdem wissen die Kunden relativ genau, was sie suchen, bevor sie online gehen.

Einer der wenigen Online-Lebensmittelhändler, die Profite erwirtschaften, ist Tesco.com. Das britische Unternehmen wird im Geschäftsjahr 2001 voraussichtlich über 433 Millionen Dollar Umsatz ausweisen. Sollten die Prognosen von Datamonitor eintreffen, müsste Tesco gewaltig ausbauen: Laut Marktforscher wird der britische Markt bis 2005 auf 9,2 Milliarden Dollar anwachsen. Aber selbst Tesco.com-Chef John Brownett ist skeptisch: Die Erwartungen für den europäischen Markt müssen in Relation zu anderen Prognosen gesehen werden, meint er. So sollen etwa die Umsatzerwartungen für den Online-Verkauf von DVDs, Videos, CDs und Spielen bis 2005 nur 1,8 Milliarden Dollar Einnahmen jährlich liegen.

Wie auch immer - die Händler müssen ihre Internet-Strategie überdenken: Laut Datamonitor-Studie hat nur ein Prozent der Befragten in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien in den letzten zwölf Monaten online Lebensmittel bestellt. Lediglich in Großbritannien und den USA überstieg der Anteil die Fünf-Prozent-Marke. Und selbst von den besonders surf-freudigen Schweden gaben zwar zwanzig Prozent an, Produktinformationen über das Web gesucht zu haben. Letztendlich kauften aber nur zwei Prozent in den letzten zwölf Monaten Speisen und Getränke im Internet ein.