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Studie: Microsoft-Kunden haben kein Geld für License 6.0

11.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Leere Kassen und die Komplexität von Microsofts neuem Lizenzmodell "License 6.0" könnten in vielen Unternehmen die Umstellung auf Windows XP und Office XP verzögern, besagt eine von der Information Technology Intelligence Corp. (ITIC) und Sunbelt Software angefertigten Studie, in der weltweit 1400 IT-Manager befragt wurden. 41 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen das Geld fehlt, um bis zur von Microsoft gesetzten Deadline, dem 31. Juli 2002, auf das neue Lizenzmodell aufzuspringen. Nur 12 Prozent der Umfrageteilnehmer haben entsprechende Finanzmittel zurückgelegt, so die Studie. 90 Prozent der Befragten rechnen damit, dass durch License 6.0 die Lizenzkosten dramatisch ansteigen. Viele haben jedoch die Kosten, die auf ihr Unternehmen zukommen, noch nicht genau kalkuliert.

Die Lizenzbedingungen seien überdies zu kompliziert.

Haupttenor der Umfrageantworten ist, dass man sich nicht von Microsoft mit seiner Monopolstellung über den Tisch ziehen lassen wolle, fasst Laura DiDio, Vorsitzende der ITIC zusammen. Experten meinen, dass Verzögerungen bei der Umstellung auf die XP-Produkte und Windows 2000 Server negativ auf Microsoft zurückfallen könnten. Demnach könnten nicht nur die Einnahmen durch License 6.0 geringer als erwartet ausfallen, vielmehr sei es wahrscheinlich, dass Kunden verstärkt auf Open-Source-Betriebssysteme und Software anderer Hersteller ausweichen. Die zunhmende Verbreitung der Alternativsysteme wird nach Einschätzung der Experten die Ausbreitung der .NET-Technologie aufhalten. (lex)

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