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Studie: Deutschland bei Breitband-Internet nur Mittelmaß

22.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Angaben von Nielsen Netratings surfen die Deutschen im europäischen Vergleich mit dem höchsten Anteil an digitalen Hochgeschwindigkeitszugängen durchs Netz. Dies sei aber im Wesentlichen auf die hohe Verbreitung der ISDN-Technik hierzulande zurückzuführen. In puncto echter Breitbandanschlüsse (DSL, LAN oder Kabel) lande die Bundesrepublik mit einem Anteil von nur 20 Prozent allerdings hinter den Niederlanden (29 Prozent), Frankreich, Spanien (je 25 Prozent) und Schweden (24 Prozent) allerdings nur noch im hinteren Mittelfeld, so die Marktforscher.

Das Verhältnis zwischen digitalen und analogen Surfern in Deutschland beziffert Nielsen Netratings für September 2002 mit 56 zu 44 Prozent. Allerdings sei Breitband-Technik mächtig auf dem Vormarsch - innerhalb nur eines Jahres habe sich die Zahl der DSL-, LAN- und Kabelmodemanschlüsse verdreifacht. Mit schnelleren Zugängen änderten sich auch die Surfgewohnheiten. "Ein Nutzer mit DSL-Anschluss besucht fast viermal soviel Seiten und verbringt die dreifache Zeit im Netz wie ein Nutzer mit einem konventionellen 56K-Modem", meint Benedikt Grundemann-Falkenberg, Internet Analyst Central Europe. Was aber vor allem daran liegen dürfte, dass viele DSL-Kunden auch eine Flatrate nutzen und sich daher um die Gebühren weniger Gedanken machen.

Bei der Wachstumsrate privater Internet-Zugänge liegt Deutschland laut Nielsen Netratings in Europa derzeit auf Platz drei. Im September 2002 habe es mit gut 35,4 Millionen 23 Prozent mehr Nutzer gegeben als ein Jahr zuvor. Stärker zulegen konnten in den vergangenen zwölf Monaten Spanien (45 Prozent) und Frankreich (30 Prozent). In beiden Ländern lag allerdings die Durchdringung zuvor auch deutlich niedriger als in Deutschland. (tc)