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Streit zwischen Network Solutions und Strato eskaliert

20.01.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Den Streit zwischen dem Berliner Domain-Hoster Strato und dem US-Registrar Network Solutions Inc. (NSI) (Computerwoche online berichtete) bekommen nun erste Strato-Kunden zu spüren. Die Top Level Domains ".com", ".net" und ".org" (cno-Domains) müssen einmal im Jahr erneuert werden. Domains, die im Januar zur Erneuerung anstanden und deren Besitzer gemäß der Empfehlungen von Strato entsprechende Schreiben von NSI ignoriert haben, hat der US-Registrar aus dem Domain Name System (DNS) entfernt - mit der Folge, dass die Internet-Angebote nicht mehr erreichbar sind.

Bisher hatte Strato einen Vertrag mit NSI. Die amerikanische Firma wickelte die Domain-Registierung ab. Die Zusammenarbeit mit NSI hat der deutsche Anbieter gekündigt und nimmt seitdem die Domain-Eintragung selbst vor. "Wir sind es leid, dass unsere Kunden permanent von NSI-Spam belästigt werden, in denen ihnen überteuerte und überflüssige Produkte angeboten werden", begründete Strato-Vorstand Rochus Wegener die Beendigung des Vertrags.

Nun verweigert NSI den Zugriff auf die Registrierungsdatenbank und fordert Strato-Kunden auf, den Auftrag zur Erneuerung selbst zu erteilen. Laut Strato werden bei der US-Firma jedoch satte Jahresgebühren fällig. Ein dem 68 Euro kostenden Paket "PowerWeb XE" mit 75 Megabyte Speicherplatz und fünf Gigabyte Traffic vergleichbares Angebot schlage bei NSI mit 295 Euro zu Buche.

Laut Wegener hat Strato für betroffene Domains Wechselanträge (KK-Anträge) gestellt. NSI versuche jedoch, durch den Vorschub technischer Hürden den Umzug der Internet-Adressen zu verhindern. In diesem Zusammenhang habe sich die Berliner Firma an das Bundeswirtschaftsministerium und die US-Verbraucheraufsicht FTC (Federal Trade Commission) gewandt. Nun soll eine spezielle Task Force Kunden weiter informieren und dabei den Umzug der Domains unbürokratisch einleiten. (lex)