Cisco kündigt Cabletron die IOS-Lizenz

Streit auf dem Rücken der Anwender

25.10.1996

Nach eigenen Angaben reagiert Cisco mit der Aufkündigung der IOS-Lizenzvereinbarung auf aggressive Marketing-Aktivitäten von Cabletron. Der Rivale habe mit einer Reihe gedruckter Anzeigen und einer gegen Cisco gerichteten Präsentation auf der Networld+Interop in Atlanta die "Grenzen des gesunden Wettbewerbs" überschritten.

Die Lizenzvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen hatte es Cabletron bislang erlaubt, Ciscos IOS in Routing-Module zu implementieren, die in den MMAC- und MMAC-Plus-Hubs eingesetzt wurden. Dadurch waren die Geräte in die Lage versetzt worden, problemlos mit "echten" Cisco-Routern zusammenzuarbeiten. Nach Schätzungen von Cabletron wird der Lizenzverlust die Einkünfte des Unternehmens um sieben Millionen Dollar schmälern.

Diese Einbuße ist nach Ansicht von Analysten immer noch geringer als die Kosten, die durch die Affäre auf seiten der Anwender verursacht werden. Insidern zufolge könnte Ciscos Schritt nämlich auch bedeuten, daß einige Betreiber von großen, heterogenen Netzen ihren Installationen neue Router hinzufügen müssen.