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Sprint stampft Breitband-Initiative ION ein und entlässt

18.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Viele Analysten hatten bereits damit gerechnet: Der US-Carrier Sprint macht seiner kostspieligen und verlustbringenden ION-Initiative (Integrated On-demand Network) ein Ende. Alle 6000 Mitarbeiter oder sieben Prozent der gesamten Sprint-Belegschaft sollen entlassen werden. 1998 hatte das Unternehmen die ION-Einheit mit großem Werberummel gegründet, um ein Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz für Unternehmen zu entwickeln. Insgesamt drei Milliarden Dollar investierte Sprint in ION, doch die Breitband-Initiative wurde unter anderem aufgrund technischer Probleme niemals zu einem Erfolg. Vielmehr verschlang die Aktion Unsummen. Die Abwicklung des Geschäftsbereichs wird Sprint zufolge im laufenden vierten Fiskalquartal 2001 mit einmaligen außergewöhnlichen Kosten von zwei Milliarden Dollar zu Buche schlagen, dem Unternehmen jährlich jedoch rund eine Milliarde Dollar einsparen.

Gleichzeitig veröffentlichte Sprint die Ergebnisse für sein abgelaufenes drittes Geschäftsquartal. Der Nettogewinn sank gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 60 Prozent auf 154 Millionen Dollar oder 18 Cent je Aktie. Der Umsatz konnte allerdings um zwölf Prozent auf das neue Rekordergebnis von 6,7 Milliarden Dollar zulegen.

Die Sprint-Aktie stieg am gestrigen Mittwoch geringfügig um 0,6 Prozent auf 27,30 Dollar.