Gründergeschichten

Spielend zur Unternehmensgründung

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.

Partnersuche für ein aufwendiges Projekt

Den Gründern war früh klar, dass Cooee ein betriebswirtschaftlich wie technisch umfangreiches Projekt würde. "Wir entwickelten mit Club Cooee etwas völlig Neues, auch in technologischer Hinsicht", gibt Frick zu bedenken. Um Synergien zu nutzen, suchte man daher nach Partnern. Über den Investor entstand der Kontakt zur deutschen Gründerinitiative "unternimm was" von Microsoft. Im Mai 2009 wurde Cooee dann in die Förderung aufgenommen. "Davon profitieren wir in vielerlei Hinsicht", resümiert Frick. Microsoft stelle zum Beispiel kostengünstig Software zur Verfügung, zudem erhielten die Gründer sehr früh Zugriff auf Release-Candidates der kommenden Betriebssysteme.

Auch abseits der Technik unterstützt Microsoft das Kaiserslauterer Startup: Durch die Aufnahme in das internationale Gründerprogramm "BizSpark One" entstanden gute Geschäftskontakte. Stolz ist Frick auch darüber, mit Microsoft auf der Pariser "LeWeb" zu präsentieren, der Messe für Internet-Technologie und -Startups.

Für Cooee steht als nächster Wachstumsschritt die Ausweitung des internationalen Geschäfts an. "Mit Club Cooee haben wir ein tragfähiges Geschäftsmodell, das nicht auf Werbeeinnahmen beruht, sondern sich komplett durch den Verkauf virtueller Gegenstände finanziert", erklärt Ingo Frick. Das Modell kommt bei den Benutzern gut an: Club Cooee hat Nutzer in mehr als 200 Ländern, die mit angepassten Sprachversionen und lokalen Bezahlverfahren versorgt werden müssen. Zudem ist die Einbindung herkömmlicher Messaging-Dienste wie ICQ oder Yahoo geplant sowie die Einführung von VoIP. Auch betriebswirtschaftlich steht 2010 Großes an: "Wir sind zuversichtlich, in diesem Jahr den Breakeven zu schaffen", sagt Frick. Viel zu tun für den Gründer, der seine Motivation aus dem Spaß an spielerischen Lösungen zieht. Diesen Spaß an der eigenen Arbeit will er auch auf seine Mitarbeiter übertragen: "Als Unternehmer muss ich das Vertrauen der Mitarbeiter in die eigenen Fähigkeiten stärken." Gerade in einem Startup sei der Zusammenhang zwischen Erfolg und eigener Leistung unmittelbar zu spüren. Für andere Gründungswillige hat Frick einen Rat: "Ideen gibt es viele, auch gute. Die Herausforderung ist die Realisierung, und das geht nicht ohne Fleiß, Talent, Durchhaltevermögen und starke Partner. Hier sollte sich jeder Gründer realistisch einschätzen."

Der emotionale Chat

Club Cooee kombiniert herkömmliches Instant-Messaging mit den Möglichkeiten der multimedialen 3D-Welt. Im Gegensatz zu anderen virtuellen Online-Welten ist der kostenlose 3D-Messenger für Windows in den Desktop integriert und läuft damit parallel zu anderen Anwendungen. Interessant ist auch das Geschäftsmodell der virtuellen 3D-Plattform: Während sich eine Vielzahl virtueller Gegenstände kostenlos verwenden lassen, können Nutzer für kleine Beträge zusätzlich besondere Items wie Film-Leinwände oder außergewöhnliche Kleidungsstücke für ihren Chat-Rraum und Avatar erwerben. Die Nutzer können sich anschließend in den individuell gestalteten Räumen treffen und kennen lernen. Das Chatten wird somit emotionaler und dank der Einbindung von Audio- und Videodateien multimedial.

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