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Spekulationen über Vodafone-Übernahme

10.04.2006
Laut Medienberichten bereitet ein Konsortium aus TK-Konzernen und Private-Equity-Firmen ein Übernahmeangebot für den britischen Mobilfunkanbieter vor.

Die beiden Carrier Verizon und Telefònica sowie die Beteiligungsgesellschaft Blackstone arbeiteten an der Finanzierung eines Angebots von 160 Pence je Aktie für Vodafone, berichte die Londoner Tagezeitung "Daily Mail " unter Berufung auf in der Stadt kursierende Dokumente. Insgesamt würde der weltgrößte Mobilfunkbetreiber damit mit 96 Milliarden britischen Pfund oder 168 Milliarden Dollar bewertet - damit würde es sich um die bislang größte Übernahme handeln.

Sollte der Plan aufgehen, werde Vodafone zerschlagen, so die Zeitung. Der US-Konzern Verizon, der zusammen mit Vodafone das Joint-Venture Verizon Wireless betreibt, würde die Assets in den USA und Großbritannien erhalten. Der spanische Carrier Telefònica, der Ende vergangenen Jahres bereits den Konkurrenten O2 übernommen hatte, sei an den restlichen Aktivitäten von Vodafone in Europa interessiert, während die Blackstone und andere Beteiligungsgesellschaften den Rest unter sich aufteilen würden. Dazu zählen unter anderem Beteiligungen in Südafrika und China.

Die Private-Equite-Firmen waren spätestens seit dem Verkauf von Vodafone Japan an das Internet-Unternehmen Softbank auf den Mobilfunkbetreiber aufmerksam geworden. So verdeutlichten die Verkaufserlöse von rund 13 Milliarden Euro, dass der Konzern in seinen Einzelteilen zerlegt weitaus mehr wert ist.

Nach Angaben der Zeitung befinden sich die Pläne allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. Möglicherweise könnte bereits ein gestiegener Marktwert von Vodafone das Vorhaben zum Scheitern bringen. Außerdem halten es Marktbeobachter nun zunehmend für sicher, dass die Briten ihre 45-prozentige Beteiligung an Verizon Wireless abstoßen - woraufhin Verizon wiederum das Interesse an der Gesamtübernahme verlieren könnte. (mb)