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SPC veröffentlicht erste Storage-Benchmarks

02.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Storage Performance Council (SPC) hat gestern erste Benchmark-Ergebnisse für Speicherhardware veröffentlicht. Der Branchenverband tritt mit dem Ziel an, Anwendern "objektive" Leistungsmessungen an die Hand zu geben, wie dies SPEC (Standard Performance Evaluation Corp.) und TPC (Transaction Processing Performance Council) in anderen Bereichen tun. Dazu hat das SPC das Messverfahren "SPC-1" entwickelt.

Die zunächst veröffentlichten Resultate sind laut "Computerwire" jedoch mit Vorsicht zu genießen, weil die getesteten Konfigurationen teilweise allenfalls als weltfremd zu bezeichnen sind. LSI beispielsweise schickte sein Midrange-Array "E4600" zwar mit 112 Platten, aber nur schlappen 400 GB nutzbarer Kapazität ins Rennen. Sun Microsystems testete sein "Storedge 9910" (ein umgelabeltes "Lightning" von Hitachi) sogar mit noch geringerem Fassungsvermögen von 320 GB, diese verteilt über die maximale Zahl von 48 Disks. Lediglich IBM brachte sein ESS Shark "F20" mit 1260 GB Daten auf 64 Harddisks einigermaßen realitätsnah ein. Allerdings nur einigermaßen, denn Big Blue bestückte das Array ausschließlich mit seinen neuesten 36-GB-Highend-Platten mit 15.000 Umdrehungen pro Minute.

Zumindest LSI sprach freimütig über seine Motivation. "Jeder will für sein System das bestmögliche Ergebnis. Wir wollten unsere Behauptung untermauern, dass wir die leistungsfähigsten Arrays am Markt anbieten", erklärte Produkt-Marketier Steve Gardner. Auf die Frage, wer denn ein E4600 mit 112 Disks kaufe oder es mit nur 400 GB Daten bespiele (üblich sind in dieser Klasse eher 2 Terabyte oder 2000 GB), erwiderte der LSI-Mann: "Das kann ich nicht beantworten. Wir haben einfach die Menge Laufwerke reingepackt, die wir für die gewünschte Leistung brauchten."

Als Chronistenpflicht führen wir noch die ersten SPC-Benchmark-Zahlen auf: LSIs System führte beim Durchsatz mit 15.708 SPC-1-IOPS vor Sun (8404) und IBM (8009); bei der Latenz lag LSI mit 1,64 ebenfalls vor Sun (2,07) und IBM (2,99). Die Preise der Testkonfigurationen wurden noch nicht genannt, ausführlichere Reports sollen aber in Kürze folgen. (tc)