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Soziale Ungerechtigkeit beim Zugang zu neuen Technologien trifft auch Kinder

08.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kinder aus reichen Elternhäusern sind im Vorteil, wenn es darum geht, den Umgang mit neuen Techniken zu erlernen. Wie eine jetzt veröffentlichte Studie in den USA herausfand, vergrößert sich die Kluft zwischen arm und reich sowie weiß und schwarz auch beim Thema Informationstechnologie. Die von der Annie Casey Stiftung erstellte Untersuchung ergab, dass nahezu alle Kinder (95 Prozent) aus gutsituierten Verhältnissen, das sind Haushalte mit einem Einkommen von mehr als 75.000 Dollar pro Jahr, einen Computer besitzen und zwei Drittel einen Internet-Anschluss. Dagegen verfügt gerade mal ein Drittel der Sprösslinge aus einkommensschwachen Familien (weniger als 15.000 Dollar) über einen Rechner, nur 14 Prozent können damit ins Web. Nicht nur nach Einkommen, auch nach Hautfarbe lässt sich ein deutlicher Unterschied feststellen: Während weiße Kinder zu 84 Prozent einen

Computer nutzen können, liegt die Quote bei schwarzen Kindern bei 46 Prozent. Kinder aus hispanischen Familien geht es nur wenig besser, sie haben zu 47 Prozent einen Computer daheim. Aufgefangen wird dieses Dilemma zum Teil durch die Ausstattung in den Schulen. Ein Viertel der Schüler, die daheim keinen PC besitzen, können die Geräte in ihren Schulen nutzen.

Auch für Anwendungen, die die Youngster nutzen, fand die Studie einen Zusammenhang zu den sozialen Verhältnissen. In reicheren Familien werden beispielsweise mehr Textverarbeitungsprogramme genutzt, im sozial schwächeren Umfeld wird dagegen mehr gespielt.