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Sony und Toshiba nehmen Rambus-Technik in Lizenz

07.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sony setzt auch mit der dritten Generation der Spielekonsole Playstation auf Technologie von Rambus. Der Elektronikkonzern hat Lizenzen für die unter den Codenamen "Yellowstone" und "Redwood" entwickelten Schnittstellentechnologien erworben. Auch mit Toshiba hat Rambus Lizenzabkommen geschlossen. Toshiba will die Technologien laut Senior Vice President Takeshi Nakagawa in die kommende DRAM-Speichergeneration (Dynamic Random Access Memory) integrieren.

Redwood ist ein Prozessor-Bus, über den sich unterschiedliche Chips parallel schalten lassen. Die Schnittstelle ist nach Angaben des Herstellers rund zehn mal schneller als herkömmliche Bus-Technologien. Yellowstone sorgt für die Kommunikation zwischen Prozessor und Speicher, dabei sollen sich Datentranferraten von 3,2 bis 6,4 Gigahertz realisieren lassen.

Yellowstone und Redwood sollen außerdem in einer integrierten CPU (Central Processing Unit) zum Einsatz kommen, die Sony und Toshiba gemeinsam mit IBM unter dem Codenamen "Cell" entwickeln. Die Super-CPU, die voraussichtlich bis Anfang 2005 fertiggestellt wird, vereint neben der zentralen Recheneinheit mehrere Prozessoren, zum Beispiel für Grafik-, Audio- und Kommunikationsfunktionen, auf einem Siliziumträger. Sie wird nach Angaben der Entwickler bis zu einer Billion Rechenschritte pro Sekunde ausführen können - 100-mal mehr als ein mit 2,5 Gigahertz getakteter Pentium 4.

Die Lizenzkosten für Yellowstone und Redwood liegen laut US-Berichten bei 28 Millionen Dollar für 18 Monate. Im Rahmen der Cell-Entwicklung kann IBM auf die von Sony und Toshiba erworbenen Lizenzen zugreifen, ohne eigens Verträge mit Rambus schließen zu müssen. (lex)