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Sony liefert PCs mit Suns Staroffice aus

05.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Bemühen, mit seiner Bürosoftware in dem von Microsofts Office dominierten Markt stärker mitzuspielen, hat Sun Microsystems einen Deal mit Sony geschlossen. Demnach wird Sony gegen Ende des Jahres in Europa eine Reihe seiner Vaio-Desktops mit vorinstalliertem Staroffice 6.0 anbieten. Die Sun-Software wird in Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch verfügbar sein.

"Wir werden unsere Partnerschaft mit Sony voraussichtlich auf weitere Länder und Märkte ausdehnen", so Nancy Lee, Group Marketing Manager bei Suns Staroffice Division. Sun ist nicht der einzige Anbieter von Bürosoftware, der Hardwarehersteller dazu bewegen will, ihre Consumer-PCs mit kostengünstigen Alternativen zu Microsofts allgegenwärtiger Office-Suite auszustatten. So konnte auch Corel einen Deal mit Sony an Land ziehen: In Nordamerika liefern die Japaner bereits einige ihrer Vaio-Desktops und -Notebooks mit Corels Wordperfect aus. Darüber hinaus hat Corel in den vergangenen Monaten im Rahmen von OEM-Verträgen auch Systeme von Hewlett-Packard, Dell und Gateway als Absatzplattform für sein Büropaket gewinnen können.

Mit Microsoft konkurrierende Softwareanbieter wie Sun und Corel müssen sich allerdings ein winziges Stück des ansonsten von der Gates-Company besetzten Markts für Consumer-Desktop-Software teilen. Der OEM-Trend könnte sich nach Meinung von Analysten allerdings weiter fortsetzen. Zu Zeiten, in denen die schrumpfenden Gewinnmargen den PC-Anbietern zusetzten, könne sich keiner Extrakosten für Microsoft-Produkte leisten, heißt es in einem Bericht des US-Marktforschungsinstituts Illuminata. Corel verlangt für seine Wordperfect-Versionen derzeit zwischen 50 und 250 Dollar, eine Retail-Version von Suns Staroffice 6.0 kostet 75,95 Dollar. Die Standard-Version von Microsofts Office XP hingegen schlägt mit 479 Dollar zu Buche. (kf)