CIO des Jahres 2018

CIO des Jahres 2017 – Großunternehmen – Top 10

Sontheimer sorgt für den digitalen Change bei DB Schenker

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Als CIO und CDO in Personalunion bei DB Schenker schaffte Markus Sontheimer die Grundlagen für die digitale Transformation des Logistikdienstleisters – und den Einzug in unsere Top 10.

Es kommt nicht häufig vor, dass Großunternehmen ihrem CIO zusätzlich die Aufgaben eines Chief Digital Officer (CDO) anvertrauen. Für den Aufsichtsrat von DB Schen­ker war CIO Markus Sontheimer so etwas wie die natürli­che Wahl für den CDO-Posten. Der Wirtschaftsingenieur hatte den Handlungsbedarf des Konzerns in Sachen Digi­talisierung stets offen angesprochen. Nur ein halbes Jahr nach seinem Einstieg als CIO übertrug ihm das Aufsichts­gremium auch die Verantwortung für die digitale Trans­formation der Bahn-Tochter.

Markus Sontheimer verantwortet die digitale Transformation bei DB Schenker.
Markus Sontheimer verantwortet die digitale Transformation bei DB Schenker.
Foto: DB Schenker

Sontheimer begnügte sich nicht mit kleinen Schritten. Zu seinen ersten Initiativen als CDO gehörten die Entwick­lung einer Digitalstrategie und der Aufbau einer "Digi­tal-Einheit", in der heute mehr als 150 Mitarbeiter be­schäftigt sind. Gegliedert in die Bereiche Innovation Management, Big Data & Advanced Analytics sowie Digi­tal Solutions treibt die Organisation den digitalen Umbau voran. Für die Governance der Digitalbereiche richtete der ehemalige CIO von Deutsche Bank Group Finance ein Digitalisierungs- und Innovations-Council ein. "Hier setzen wir die Agenda für die Digitalisierung", beschreibt er die Zuständigkeiten.

Digitale Auftragsabwicklung mit "D4S"

Zu den wichtigsten Projekten Sontheimers gehört die On­line-Frachtplattform "Drive 4 Schenker" (D4S), über die sich Aufträge digital vergeben und abwickeln lassen. Die rund 30.000 Carrier, mit denen DB Schenker zusammen­arbeitet, können sich über D4S um Aufträge bewerben oder im Spot Pricing mitbieten. Die Plattform basiert auf Technik der US-Online-Frachtbörse uShip, in die DB Schenker im Rahmen einer strategischen Beteiligung 25 Millionen Dollar investiert hat.

Weitere Meilensteine auf der digitalen Roadmap drehen sich um datengetriebene Geschäftsmodelle. Der CIO sieht sein Unternehmen dabei auch als Berater in Sachen Logistik und Supply Chain. Im Kundenauftrag analysiere Schenker dabei etwa große Datenmengen, um Lieferketten zu optimieren. Zur mittel-bis langfristigen Digitalstrate­gie gehört für Sontheimer auch das Thema autonomes Transport-Management. In nicht allzu ferner Zukunft, so die Vision, könnten fahrerlose LKW als Bestandteil von umfassenden Transport-Management-Modellen selbstän­dig Waren abholen und zustellen.

Autonomes Transport-Management: Für Sontheimer gehört das zur mittel- bis langfristigen Digitalstrategie.
Autonomes Transport-Management: Für Sontheimer gehört das zur mittel- bis langfristigen Digitalstrategie.
Foto: DB Schenker

Erfolgsentscheidend für die digitale Transformation ist für Sontheimer auch ein funktionierendes Change-Manage­ment. In diesem Kontext spielt die Initiative "Freight 4.0 eine Schlüsselrolle, die der Digitalchef gemeinsam mit Frachtvorstand Ewald Kaiser angestoßen hat. Die Jury für den CIO des Jahres 2017 lobt auch den "digitalen Turnaround", den Sontheimer bei DB Schenker eingeleitet habe.