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Sonera verschiebt UMTS-Start in Finnland

03.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Mobilfunkanbieter Sonera hat den für Ende dieses Monats angesetzten Start seines UMTS-Netzes im Heimatland Finnland (Computerwoche online berichtete) verschoben. Als Grund teilte das Unternehmen mit, es gebe derzeit noch zu wenige Endgeräte. Zudem seien diese noch mit Kinderkrankheiten behaftet und daher für einen kommerziellen Start ungeeignet. Sonera plant nun, 3G-Dienste erst im ersten Quartal 2003 und noch dazu in einem regional begrenzten Rahmen anzubieten. Um seine Kunden nicht zu sehr zu enttäuschen, will der Mobilfunkbetreiber zum ursprünglich vorgesehenen Termin Multimedia-Services in abgespeckter Form anbieten, die über das herkömmliche GSM/GPRS-Netz ausgestrahlt und mit MMS-fähigen Java-Handys empfangen werden können.

Der finnische Mobilfunkausrüster Nokia reagierte prompt auf die indirekt angetragene Kritik. Um seine Pünktlichkeit zu demonstrieren, will das Unternehmen wie bislang vereinbart am 26. September die ersten UMTS-fähigen Handys ausliefern. Ab dem kommenden Jahr, wenn die Kompatibilität sichergestellt und die Nachfrage sich erhöht habe, werde Nokia die Geräte dann in größeren Stückzahlen auflegen, erklärte ein Firmensprecher.

Soneras Bemühungen, als einer der ersten Mobilfunkbetreiber in Europa UMTS-Dienste anzubieten, sind bislang gescheitert. Aufgrund der Zweifel, ob das Unternehmen seine Milliardeninvestitionen in den 3G-Standard wieder hereinholen kann, hatten die Finnen in Norwegen ihre UMTS-Lizenz wieder zurückgegeben und den Netzaufbau in Deutschland (Quam) und Spanien auf Eis gelegt. (mb)