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Solectron-Chef übernimmt Dells Fertigung

15.02.2007
Michael Dell räumt ordentlich auf bei dem nach ihm benannten texanischen Computerbauer und Direktanbieter. Er hat Michael Cannon, zuvor Chef des Auftragsfertigers Solectron, als neuen Herrn über die Produktion angeworben.

Cannon (54) stand seit 2003 an der Spitze von Solectron, davor war er CEO des inzwischen von Seagate übernommenen Festplattenherstellers Maxtor und IBM-Manager. Bei Dell wird er President of Global Operations und erhält die Verantwortung für unter anderem Fertigung, Einkauf und Lieferanten. Er berichtet in seiner neuen Funktion direkt an Michael Dell, der kürzlich Firmenchef Kevin Rollins geschasst und selbst wieder das Ruder in die Hand genommen hatte.

Dell hatte zuletzt mit allerlei Problemen zu kämpfen - Konkurrent HP ist wiedererstarkt, der PC-Markt boomt bei Notebooks für Endverbraucher (wohingegen Dell in der Vergangenheit seinen Schwerpunkt bei Desktops für Firmen hatte) und das Image litt unter eine gigantischen Akku-Rückrufaktion (auch wenn die eigentlich Zulieferer Sony verbock hatte).

Dells traditionelle Stärke war lange seine ausgeklügelte Supply Chain, die Kosten aus dem Kauf der Komponenten und der Systemassemblierung herausquetschte. Michael Dell hat aber bereits angedeutet, dass er in diesem Bereich noch weiteres Verbesserungspotenzial sieht und einen Schwenk in Richtung eines "Light-Touch"-Modells mit weniger interner Fertigung erwägt. "Wir werden uns erneuern und unser Lieferketten-Model anpassen, um differenziertere Produktdesign-, Fertigungs- und Distributionsmodelle voranzutreiben", sagte der Firmenchef.

Cannon dürfte dabei eine tragende Rolle zukommen. Der neue Mann tritt seinen Job am 26. Februar an und soll dabei unter anderem dafür sorgen, dass die Produktionsstätten von Dell näher an den Kunden rücken. Neue Werke sind unter anderem in Indien, Polen und Brasilien geplant. Längerfristig will der Hersteller seine Produktqualität verbessern und dabei die Produktionszeiten und Kosten senken.

Solectron hat unterdessen seinen Finanzchef Paul Tufano zum Interim-CEO ernannt und eine weltweite Suche nach einem neuen dauerhaften Firmenchef gestartet. (tc)