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Solaris 9 legt den Schwerpunkt auf Managability

27.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Innerhalb der nächsten 40 Tage will Sun Microsystems den Betatest seines kommenden Betriebssystems "Solaris 9" starten. Gegenüber "Computerwire kündigte das Unternehmen an, der Schwerpunkt der Entwicklung liege auf neuen Tools zur einfacheren Systemverwaltung sowie der Möglichkeit, nicht benötigte Features abzuschalten (Modularität).

Diese Ausrichtung bedeutet gegenüber dem letzten Solaris-Release 8 eine deutliche Kehrtwende. Solaris 8 wurde gegenüber seinen Vorgängern vornehmlich in Sachen Leistung und Skalierbarkeit erweitert (Java-Finetuning, Unterstützung von 128 CPUs in einem SMP-System, später Acht-Node-Clustering von 128-Wege-Systemen sowie Support für IPv6). Nun setzt Sun offenbar den Fokus auf Management, um sich von der Konkurrenz zu differenzieren. "Je stärker ich das Management automatisieren kann, desto einfacher wird die Verwaltung, und desto größer auch der Kostenvorteil gegenüber dem Wettbewerb", so Dale Ouimette, Director Solaris Software Outbound Marketing.

Ein Management-Framework wie von Hewlett-Packard will Sun aber nicht anbieten. Geplant ist aber offenbar, mehr Solaris-Features für externe Verwaltung zugänglich zu machen, neue Management-Tools und ein vereinfachtes User Interface einzuführen und Funktionen zu automatisieren, die bisher entweder intime Kenntnisse des Betriebssystems selbst oder von System-Management-Technik voraussetzten.

Ein gewisser Grad an Modularität soll dadurch erreicht werden, dass bestimmte nicht benötigte Betriebssystemteile aus dem zentralen Management herausgenommen und damit quasi deaktiviert werden. Mit solch abgespeckten Versionen hofft Sun, Hersteller von spezialisierte Hardware - etwa Server-Appliances - besser adressieren zu können als bisher. Wann Solaris 9 marktreif sein könnte, vermochte Sun-Mann Ouimette nicht zu sagen.