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Softwaresparte bleibt HPs Sorgenkind

09.06.2004

Während sich das Hardwaregeschäft von Hewlett-Packard stabilisiert hat, ist im Softwaresegment vor Ende nächsten Jahres kein ausgeglichenes Ergebnis in Sicht. Das erklärten zumindest Manager des Konzerns auf einer Analystenkonferenz in San José, Kalifornien. "Die Rückkehr in die Gewinnzone in diesem Bereich wird später eintreten, als ich ursprünglich angekündigt und gedacht hatte", so CEO Carleton Fiorina. Im jüngsten Geschäftsquartal legte die Softwaresparte mit einem Umsatzplus von 23 Prozent zwar mit das stärkste Wachstum vor, wies jedoch unter dem Strich erneut einen Verlust aus. Dieser Trend soll nach Einschätzung der Führungsetage noch mindestens ein Jahr anhalten. "Ziel ist es, Ende 2005 den Break-even zu erreichen", sagte Ann Livermore, Leiterin der Technology Solutions Group bei HP.

Einer der Gründe für die schwache Performance der Sparte sind die anhaltend hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung. "Im vergangenen Jahr beliefen sich die diesbezüglichen Aufwendungen auf 100 Millionen Dollar, hinzu kamen Kosten für die Übernahme von sechs Softwarefirmen, darunter Trulogica, Consera und Novadigm", so HP-Chefin Fiorina. Auch im kommenden Jahr seien Zukäufe geplant.

HP's Softwaresparte ist das Kernstück der Adaptive-Enterprise-Strategie, einer Art Gegenstück zu IBMs On-Demand- und Suns N1-Initiative. Im Vergleich zu Big Blues Virtualization Engine sei es dem Konzern aber noch nicht gelungen, die Vielzahl von Produkten zu einer Geschäftslösung zusammenzuschnüren, so Illuminata-Analyst Gordon Haff: "Angesichts der von HP propagierten Vereinfachung und Integration ist es auffällig, wie kompliziert und desintegriert einige der Komponenten sind." Corey Ferenguel, Senior Vize President der Meta Group, sieht HPs wunden Punkt im Bereich Middleware: "Um mit IBM gleich zu ziehen würde ich HP empfehlen, Bea zu kaufen." Mit Bea unterhält das Unternehmen seit einiger Zeit eine Partnerschaft.

Abgesehen vom Softwaregeschäft befindet sich HP laut Fiorina im Plan: Man könne nicht sagen, dass bei dem Zusammenschluss mit Compaq alles perfekt gelaufen sei. Das Unternehmen befinde sich jedoch da, wo es nach der Fusion im November 2002 sein wollte, erklärte die Topmanagerin. Auf den Vorschlag des Wall-Street-Analysten Steve Milunovich, HP solle sich in eine Drucker- und Computersparte aufspalten (Computerwoche.de berichtete), ging sie allerdings nicht ein.

Fiorina rechnet in diesem und den nächsten beiden Jahren mit einem Gewinnanstieg um jeweils 20 Prozent. Die Einnahmen sollen im laufenden Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um sieben Milliarden Dollar klettern. "Wir sehen viele Wachstumsmöglichkeiten auf dem gegenwärtigen Markt", so die HP-Chefin. (mb)