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Softwarepirat muss für drei Jahre hinter Gitter

15.09.2004

Weil er Microsoft-Produkte gefälscht und anschließend verkauft hat, wurde ein deutscher Softwarepirat am Montag von einem Stuttgarter Gericht zu drei Jahren Gefängnis ohne Berufung verurteilt. Zuvor saß der etwa 30-jährige Dieter Rimmele bereits zehn Monate in Untersuchungshaft. Der Vater des Raubkopierers wurde wegen Beihilfe zu 16 Monaten Gefängnis und 100 Stunden Sozialarbeit verdonnert. Das Gericht sah es außerdem als erwiesen an, dass auch die Mutter wegen Verschleierung einer Straftat schuldig sei. Aus gesundheitlichen Gründen sah der zuständige Richter aber von einer Verurteilung der Frau ab.

Knapp drei Monate zuvor war bereits der mutmaßliche Kopf des Fälscherrings, der frühere Schachprofi Ralph Blasek, zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Zwei weiteren Mitgliedern seiner Bande wird derzeit noch der Prozess gemacht.

Die Gruppe hatte unter anderem verbilligte Microsoft-Produkte, die für Lehranstalten vorgesehen waren, mit falschen Dokumenten versehen und anschließend für viel Geld als reguläre Versionen verkauft. Zusätzlich wird vermutet, dass sie in großem Stil gefälschte Software-CDs gebrannt und vertrieben hat. Nach Schätzungen von Microsoft hat die Bande in nur wenigen Jahren Software im Wert von rund 100 Millionen Euro unrechtmäßig verkauft. (mb)