Software AG will mit SOA zur Umsatzmilliarde

26.02.2007
Durch Zukäufe und steigende Lizenzeinnahmen möchten die Darmstädter ihre ehrgeizigen Wachstumsziele erreichen.

Das Jahr 2006 markierte einen Wendepunkt für die Software AG, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich vergangene Woche. Nach dem gelungenen Turnaround befinde sich das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs. Doch das soll erst der Anfang sein.

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Innerhalb von fünf Jahren plant das Management, den Umsatz von zuletzt 483 Millionen Euro auf eine Milliarde zu verdoppeln. Streibich rechnet mit einer Zuwachsrate von zehn Prozent für 2007, die sich in den Jahren 2008 bis 2011 auf durchschnittlich 17 Prozent erhöhen soll. Finanzvorstand Arnd Zinnardt stellte eine Verbesserung der Ebit-Marge von derzeit 23 auf 30 Prozent in Aussicht.

Nach der tiefen Krise vor gut drei Jahren spricht man beim zweitgrößten deutschen Softwarehaus nun vom "ehrgeizigsten Expansionsprogramm" in der 37-jährigen Firmengeschichte. Die Hoffnungen ruhen dabei insbesondere auf dem Markt für Service-orientierte Architekturen (SOA), den die Darmstädter mit ihrer "Crossvision"-Suite bedienen. Experten wie die US-amerikanische Forrester Research stellen dem Paket durchweg gute Noten aus. "SOA bedeutet einen Paradigmenwechsel und wird für die nächsten zehn Jahre die IT bestimmen", gab sich Streibich überzeugt. Die Software AG besitze die Mittel, auf diesem Gebiet die Marktführerschaft zu erringen.

Dank der etablierten Produkte wie "Natural" und "Adabas" verfüge sein Unternehmen einerseits über das Know-how und eine breite Kundenbasis im Bereich unternehmenskritischer Backend-Systeme. Zum anderen beherrsche man mit der Datenbank "Tamino" auch Zukunftstechniken wie XML, die eine Schlüsselrolle in Service-orientierten Architekturen spielen.

Die Treiber für ein verbessertes operatives Ergebnis sieht Streibich vor allem in einer Steigerung des margenträchtigen Lizenzgeschäfts und im strikten Kosten-Management. Neben organischem Wachstum setze das Management auch auf Zukäufe. Dafür ständen bis zu 700 Millionen Euro aus Eigenmitteln und Kreditzusagen zur Verfügung. Die Übernahmepläne sind offenbar bereits weit fortgeschritten. Bereits zur CeBIT will Streibich die erste Akquisition in trockenen Tüchern haben, ist aus dem Unternehmen zu hören. Dabei dürfte es zunächst um eine Ergänzung der Crossvision-Produkte gehen.

Der Markt für SOA-Tools ist derzeit noch stark fragmentiert, Experten rechnen mit einer raschen Konsolidierung. In diesem Szenario werde die Software AG eine aktive Rolle spielen, kündigte Finanzchef Zinnardt an. Mit den Zukäufen wolle man nicht nur die Technologieführerschaft ausbauen, sondern auch die Marktpräsenz erhöhen und Marktanteile gewinnen. (wh)