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Software AG profitiert von besserer Kostenstruktur

24.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Software AG (SAG) konnte ihren operativen Gewinn vor Steuern (Ebt) im dritten Quartal 2003 gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern, verbuchte jedoch einen Umsatzrückgang. Die allgemein erwartete Verbesserung der IT-Nachfrage sei auch im dritten Quartal nicht eingetreten, so das Fazit des neuen SAG-Chefs Karl-Heinz Streibich auf der Pressekonferenz in Frankfurt. Die im ersten Halbjahr vorgenommene Restrukturierung habe aber eine deutliche Verbesserung der Kostenstruktur und damit auch die Ergebnissteigerung bewirkt. Als Reaktion auf den herben Umsatzeinbruch hatte das Darmstädter Unternehmen im ersten Halbjahr insgesamt 300 Stellen gestrichen, davon 120 in der Firmenzentrale.

Wie die SAG bekannt gab, schrumpften die Erlöse im Berichtsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent von 114,8 Millionen auf 99,5 Millionen Euro. Gleichzeitig kletterte jedoch der Vorsteuerprofit von 7,9 Millionen auf 9,6 Millionen Euro. Wegen der vergleichsweise niedrigen Steuern im Vorjahr ging der Nettogewinn im dritten Quartal dagegen von 5,6 Millionen auf 3,9 Millionen Euro oder 14 Cent pro Aktie zurück.

Verantwortlich für die sinkenden Einnahmen war neben dem starken Euro die schwache Nachfrage nach Projektdienstleistungen: Der Umsatz in diesem Bereich fielen mit 27,9 Millionen Euro 30 Prozent niedriger aus als im Vorjahresquartal. Bei den Lizenzerlösen hat sich der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr laut SAG aber bereits verlangsamt. Mit 22,9 Millionen Euro lagen die Einnahmen aus dem Softwareverkauf aber immerhin noch um 13 (währungsbereinigt sieben) Prozent unter dem Vergleichswert 2002. Als nahezu stabil erwies sich hingegen das Wartungsgeschäft mit 48,3 Millionen Euro Umsatz. Ohne Wechselkurseffekte hätten die Darmstädter hier sogar ein Wachstum um sieben Prozent erzielt.

Das SAG-Management schätzt, dass sich die Stabilität bei den Produktumsätzen im zweiten Halbjahr 2003 fortsetzt. Der Umsatzrückgang im Projektgeschäft soll sich im Schlussquartal verlangsamen, wenn auch die erhoffte Nachfragebelebung ausbleibt. In Zahlen ausgedrückt, erwartet der Vorstand daher für das Gesamtjahr Einnahmen zwischen 410 Millionen und 415 Millionen Euro, verglichen mit 475 Millionen Euro im Jahr 2002. Der operative Gewinn soll dagegen verglichen mit dem Vorjahreswert von 32 Millionen Euro um zehn bis zwölf Prozent steigen. Bislang waren die Darmstädter davon ausgegangen, dass das Ergebnis stagniert. Nach Steuern wird trotz Restrukturierungskosten mit schwarzen Zahlen gerechnet. (mb)