Teilweise unter 50 Prozent

So schlecht ist die 4G-Abdeckung in Deutschland

18.07.2019
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Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
In Deutschland stehen im Durchschnitt 73,5 Prozent aller Nutzer in ländlichen Regionen 4G-Mobilfunknetze zur Verfügung. In ausgewählten Gegenden sinkt der Wert der 4G-Verfügbarkeit aber unter 50 Prozent.

Der nächste Mobilfunkstandard 5G ist in aller Munde, Deutsche Telekom und Vodafone haben bereits 5G-Tarife vorgestellt. Doch für viele Nutzer in Deutschland ist selbst 4G/LTE noch Zukunftsmusik: Nach einer Auswertung des Analyse-Unternehmens Opensignal surft man in einigen Regionen Deutschlands noch immer mit 3G oder schlechter.

Ein Mobilfunkmast von O2.
Ein Mobilfunkmast von O2.
Foto: Telefonica Deutschland/Jörg Borm

Demnach stehen zwar im Durchschnitt für 73,5 Prozent aller Nutzer in ländlichen Regionen 4G-Mobilfunknetze zur Verfügung. Doch in ausgewählten Gegenden sinkt der Wert der 4G-Verfügbarkeit unter 50 Prozent.

Zudem kommt keines der untersuchten 13 Bundesländer (die drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen nahm Opensignal nicht in seine Untersuchung auf) auf eine durchschnittliche 4G-Verfügbarkeit von 80 Prozent. Sachsen-Anhalt mit 77,3 Prozent, Thüringen mit 75,9 und Sachsen mit 74,4 Prozent 4G-Verfügbarkeit liegen in Führung. Rheinland-Pfalz mit 66,7 Prozent und das Saarland mit 66,9 Prozent bilden die Schlusslichter bei der 4G-Versorgung auf dem flachen Land. In den meisten Flächenstaaten liegt die 4G-Versorgung auf dem Land bei 70 bis 75 Prozent. Mit anderen Worten: Rund 25 bis 30 Prozent der deutschen Mobilfunknutzer fernab der Ballungsräume müssen mit 3G/UMTS oder noch schlechteren Verbindungen auskommen.

Opensignal geht aber noch mehr in die Tiefe und nahm einzelne Städte, Gemeinden oder Landkreise unter die Lupe. Dabei stellte sich heraus, dass im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg die 4G-Verfügbarkeit bei nur 48,3 Prozent liegt. Im ostbayerischen Cham (hier ist sicherlich der Landkreis und nicht die gleichnamige Stadt gemeint) sind es 54,2 Prozent. Allerdings gibt es auch städtische Bereiche mit miesen Abdeckungswerten: In Frankfurt an der Oder liegt die 4G-Verfügbarkeit sogar bei nur 47,5 Prozent. Opensignal betont, dass in vielen Fällen die 4G-Netzabdeckung entlang der Grenze zu Polen sehr schlecht sei.

Diese schlechte Abdeckung mit 4G auf dem flachen Land könnte für die Nutzer bald fatale Folgen haben. Denn dem 3G/UMTS-Netz droht ab 2021 die Abschaltung zugunsten des kommenden 5G-Netzes: 3G-Abschaltung - 53 Prozent der Mobilfunk-Nutzer surfen bald im Schneckentempo.

Stadtbewohner haben es besser: Dort können laut Opensignal im Durchschnitt 82,2 Prozent aller Nutzer 4G nutzen.

Hinweis: Opensignal unterschied in seiner Auswertung nicht zwischen den einzelnen Mobilfunkprovidern.

(PC-Welt)