SDI, Cloud und Edge Computing

So modernisieren IT-Chefs das Data Center

20.08.2019
Von 
Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Software Defined Infrastructure, Cloud und Edge Computing stehen auf der Agende deutscher IT-Entscheider. Das zeigt eine IDC-Studie zur Data-Center-Modernisierung
  • Rund sechs von zehn Unternehmen werden mittelfristig zwei bis drei Cloud-Plattformen nutzen.
  • IT-Verantwortliche beschäftigen sich verstärkt mit Software Defined Architecture.

Den Status Quo in deutschen Rechenzentren untersuchten die Marktforscher von IDC in einer aktuellen Studie. Ein Ergebnis lautet: Cloud-Konzepte haben sich etabliert. Neunzig Prozent der 210 befragten Entscheider verfolgen eine Cloud-Strategie. Ginge es nach ihnen, würden sie dabei mit nur einer Plattform arbeiten. "Aber in der Realität lässt sich das nur schwer erreichen", erklären die Auguren. Sie erwarten, dass 59 Prozent der Unternehmen "mittelfristig" mit zwei bis drei Cloud- Plattformen operieren werden.

Gut jeder Vierte nutzt bereits Software Defined Infrastructure (SDI).
Gut jeder Vierte nutzt bereits Software Defined Infrastructure (SDI).
Foto: IDC

Zurzeit nutzen Unternehmen vor allem eine Private Cloud, so IDC weiter. Sie investieren in Analytics und das Management von relationalen Datenbanken (63 Prozent), Künstliche Intelligenz und Machine Learning (ebenfalls 63 Prozent) sowie Business Intelligence/Data Warehouse (61 Prozent).

IDC erhob auch den Einsatzgrad von Edge Computing. Die Analysten definieren den Begriff als Datenverarbeitungsprozesse, die zwischen den vernetzten Geräten im Internet of Things (IoT) und dem Rechenzentrum ablaufen. Den Gegensatz dazu bildet Core Computing, das sind die Verarbeitungsprozesse, die im Data Center stattfinden, wobei dieses Center nicht zwingend auf dem eigenen Firmengelände steht. Laut Umfrage beschäftigt sich derzeit gut jeder Dritte (35 Prozent) intensiv mit Edge Computing.

Erst gut jeder Vierte mit Software Defined Infrastructure (SDI)

Die Analysten sehen eine Software Defined Infrastructure (SDI) als Basis dieser Entwicklung. Konkret geht es um die Erweiterung virtualisierter Infrastrukturen, also Software Defined Compute, Storage und Networking, um Komponenten zur Automatisierung und Orchestrierung. Ziel ist es, Private und Public Clouds zusammenzuführen. Aktuell hat erst gut jeder Vierte (27 Prozent) SDI seit mindestens einem Jahr im Einsatz. Weitere 34 Prozent aber sehen sich in der Evaluierungsphase oder feilen an einem Proof of Concept.

Insgesamt geben 57 Prozent der Studienteilnehmer an, ihre IT derzeit zu modernisieren. In Sachen Data Center heißt das, Analytics einzusetzen (51 Prozent), die Architektur zu modernisieren (49 Prozent), die Infrastruktur zu konsolidieren (46 Prozent) und zu automatisieren (41 Prozent). Als wichtigste Ziele nennen die Befragten etwa Produktivitätssteigerung (32 Prozent), mehr Sicherheit und Compliance (15 Prozent) oder Kostensenkung (ebenfalls 15 Prozent).

Entscheider nennen viele Gründe für Open Source.
Entscheider nennen viele Gründe für Open Source.
Foto: IDC

Was uns 2030 erwartet

Die Analysten haben außerdem nach Colocation gefragt. IDC betrachtet Colocation als Kostensenkungsmittel. Die Angebote umfassen mittlerweile nicht mehr nur Space, Power und Netzwerk, sondern auch Plattformen für den Betrieb hybrider Infrastrukturen. Knapp jeder vierte Befragte (23 Prozent) nutzt Colocation, weitere 30 Prozent planen das.

Grundlage vieler neuer Anwendungen und Tools sind Open-Source-Systeme, so IDC weiter. Mehr als drei Viertel der Studienteilnehmer arbeiten mit mindestens einer Open Source-Lösung im Rechenzentrum. Als Hauptgründe dafür nennen sie den Wunsch nach Flexibilität (37 Prozent) und Einsparungen von Lizenzkosten (36 Prozent). Für 26 Prozent gehört Open-Source-Software zur digitalen Transformation.