Mit zwei Geschwindigkeiten in die Cloud

So machen Sie Rechenzentren fit für die Hybrid Cloud

15.07.2016
Von 
Jürgen Mauerer ist Journalist und betreibt ein Redaktionsbüro in München.

Die zweite Variante seien Linux-Container, die Anwendungen mit allen benötigten Komponenten wie Bibliotheken oder Skripts in einem abgeschlossenen Paket kapseln. Dazu Pfützner: "Damit werden die Anwendungen auch portabler, da Unternehmen sie ohne Anpassung und Installation in Cloud-Umgebungen übertragen und dort ausführen können."

Der andere, pragmatische Weg

Eine andere Meinung vertritt Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der iNNOVO Cloud GmbH: "Eine umfassende Analyse zur Cloud-Readiness ist nichts anderes als die Bewahrung des Geschäftsmodells der alten IT-Welt. Diese Analyse ist oft viel zu aufwändig und teuer und endet in einer nicht umsetzbaren PowerPoint-Strategie, an der nur Berater verdient haben. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten lieber mit einem ersten Projekt in die Cloud gehen, eine digitale Plattform aufbauen und diese dann schrittweise erweitern. Ein solches Vorgehen entspricht den agilen Entwicklungsmethoden."

Ein Anlass für den Weg in die Cloud besteht laut Ritz, wenn die bestehende Hardware im Rechenzentrum, etwa ein Mail-Server, nicht mehr den gestiegenen Leistungsanforderungen genügt oder zyklusmäßig ersetzt werden muss. Auch Migrationsprojekte oder der Einsatz moderner Kollaborationsanwendungen sind Motive, warum sich Firmen mit der Cloud beschäftigen.

Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der iNNOVO Cloud GmbH: "Eine umfassende Analyse zur Cloud-Readiness ist nichts anderes als die Bewahrung des Geschäftsmodells der alten IT-Welt. Diese Analyse ist oft viel zu aufwändig und teuer und endet in einer nicht umsetzbaren PowerPoint-Strategie, an der nur Berater verdient haben. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten lieber mit einem ersten Projekt in die Cloud gehen, eine digitale Plattform aufbauen und diese dann schrittweise erweitern."
Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der iNNOVO Cloud GmbH: "Eine umfassende Analyse zur Cloud-Readiness ist nichts anderes als die Bewahrung des Geschäftsmodells der alten IT-Welt. Diese Analyse ist oft viel zu aufwändig und teuer und endet in einer nicht umsetzbaren PowerPoint-Strategie, an der nur Berater verdient haben. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollten lieber mit einem ersten Projekt in die Cloud gehen, eine digitale Plattform aufbauen und diese dann schrittweise erweitern."
Foto: iNNOVO Cloud GmbH

Als Beispiel nennt Ritz die Verlagerung von 50 Arbeitsplätzen mit Thin Clients und Office 365 in eine Virtual Private Cloud. Die Cloud-Workplaces sind via VPN mit dem eigenen Rechenzentrum oder dem des Providers verbunden, greifen über Schnittstellen auf den Terminal Server und ein Shared Filesystem zu. "99,9 Prozent der Anwendungen sind Terminal-Server-fähig, auch das ERP- oder CRM-System", erläutert Sebastian Ritz.

Etwas Aufwand sei für die Koppelung des Active Directory, Single-Sign-On über Konnektoren und Plug-Ins, die Konfiguration der File-Sharing-Berechtigungen und den sicheren Aufbau der Verbindung zwischen der Cloud und dem eigenen Rechenzentrum notwendig. "Noch komplexere Vorbereitungen wie Automatisierung und Self Service können sein, müssen aber nicht im ersten Schritt sein. Für den Gang in die Cloud ist der Umbau der Software- oder System-Architektur nicht unbedingt notwendig."