7 Tipps für Arbeitgeber

So geht Digital Upskilling

03.09.2021
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Vom Konzept bis zu einer professionellen Umsetzung – alles sollte ordentlich durchdacht sein, wenn es darum geht, die Mitarbeiter in die digitale Zukunft zu führen. Ein Sieben-Schritte-Programm kann dabei helfen.
Will ein Unternehmen möglichst viele Mitarbeiter in die Digitalwelt mitnehmen, sollte es vorher analysieren, welcher Mitarbeiter welches Training benötigt.
Will ein Unternehmen möglichst viele Mitarbeiter in die Digitalwelt mitnehmen, sollte es vorher analysieren, welcher Mitarbeiter welches Training benötigt.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Damit deutsche Unternehmen auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig bleiben, ist die Digitalisierung der Arbeitswelt unumgänglich. Und zugleich stellt sie für viele Unternehmen eine große Herausforderung dar. Denn es reicht nicht, in Highspeed WLAN, hochwertige Endgeräte und Digitallösungen zu investieren, sondern hier geht es vor allem darum, die Menschen mitsamt ihrer verschiedenen Perspektiven und Bedürfnisse auf diese Reise mitzunehmen, ihnen Existenzängste zu nehmen und ihnen Know-how und Kompetenzen in Digitalthemen wie Data Science oder Digital Business zu vermitteln.

Doch rund die Hälfte aller deutscher Unternehmen kennt noch nicht einmal die Möglichkeit, die eigenen Mitarbeitenden in digitalen Skills zu qualifizieren. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitut Civey im Auftrag von XU, einem EdTech-Unternehmen, das Bildungsprogramme zur Weiterbildung und Neuqualifizierung für digitalorientierte Jobs anbietet.

Digital Upskilling in 7 Schritten

Nicole Gaiziunas, Gründerin und Geschäftsführerin von XU, begleitet seit mehr als 20 Jahren Unternehmen und ihre Mitarbeitenden bei der digitalen Transformation. Sie kennt die Sorgen und Stolpersteine, mit denen Führungskräfte konfrontiert sind, wenn sie eine zukunftsorientierte, digitale Strategie umsetzen möchten. Die Managerin hat deshalb einen Leitfaden auf Basis ihrer Erfahrungen entworfen und dies in einem Sieben-Punkte-Programm zusammengefasst.

Nicole Gaiziunas vom Hightech-Bildungsunternehmen XU hat einen Leitfaden entwickelt, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter am besten schulen können, wenn sie digital fit werden sollen.
Nicole Gaiziunas vom Hightech-Bildungsunternehmen XU hat einen Leitfaden entwickelt, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter am besten schulen können, wenn sie digital fit werden sollen.

1. Zum Start: Umfassendes Engagement-Konzept

Wenn Sie Ihre Mitarbeitenden digital weiterbilden wollen, brauchen Sie ein begleitendes und umfassendes Engagement-Konzept. Wichtig: Die interne Kommunikationsabteilung und das Management spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ihr Einsatz ist wichtig, um während des Prozesses immer wieder zu motivieren und zu informieren.

2. Schluss damit: Falsche Vorurteile

Viele Menschen assoziieren mit den Worten Digitalisierung und digitale Transformation einen großangelegten Stellenabbau. Nehmen Sie Ihren Mitarbeitenden diese Ängste und machen Sie deutlich, dass sich dadurch vor allem Jobprofile ändern und neue entstehen. Es ist Ihr oberstes Ziel, Arbeitsplätze zu erhalten. Um derartigen Vorurteilen entgegen zu wirken, ist eine stetige Kommunikation und Austausch mit den Mitarbeitenden extrem wichtig.

3. Das A&O: Kommunikation und Austausch

Um alle Mitarbeitenden abzuholen, bietet sich ein Kick-off Event an, in dem das Konzept vorgestellt wird und Fragen direkt beantwortet werden. Langfristig dienen Webinare, Community-Plattformen und Postings der Führungskräfte und Teilnehmenden im Intranet für einen transparenten Austausch zu den Fortschritten der Qualifizierungsmaßnahmen. Einige Anbieter von Weiterbildungsprogrammen bieten sogar eine ganzheitliche Plattformlösung an, die jedes Unternehmen individualisieren und für seine interne Kommunikation nutzen kann.

4. Die Basis: Digital Readiness Check

Gehen Sie nicht davon aus, dass alle denselben digitalen Wissensstand mitbringen und es ihnen leichtfällt, sich einer neuen digitalen Infrastruktur anzupassen. Führen Sie daher einen Digital Readiness Check für alle Mitarbeitenden durch. Das kann in Form von Fragebögen oder direkten Mitarbeitergesprächen erfolgen. Der Check liefert wichtige Erkenntnisse, wie "digital-fit" die Belegschaft ist. So können Sie Ziel-Kompetenzprofile erstellen und Ihre Qualifizierungsmaßnahmen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ausrichten. Auch Wissens-Assessment bei gezielten Schulungen von Spezialisten sind hier hilfreich, um die richtigen Talente im Unternehmen zu identifizieren und niemanden zu überfordern.

5. Motivieren: Erfolgserlebnisse schaffen und für Abwechslung sorgen

Ihre Mitarbeitenden sollten bestenfalls während der digitalen Qualifizierung immer wieder Erfolgserlebnisse haben, damit sie von Anfang an motiviert bleiben. Holen Sie sich daher regelmäßig Feedback ein, ob und in welcher Form die digitalen Qualifizierungsprogramme hilfreich sind und die Mitarbeitenden beim Ausführen ihrer neuen Aufgaben unterstützen. Blended Learning, also der Mix aus digitalen und analogen Lerneinheiten, sorgt für Abwechslung motiviert die Mitarbeitenden am Ball zu bleiben.

6. Ziele anpassen: Zeit für Qualifizierung schaffen

Erfolgt die digitale Weiterbildung während der Arbeitszeit, sollten Sie Ihren Mitarbeitenden auch den notwendigen Freiraum dafür schaffen. Deshalb passen Sie zu hohe Produktionsziele während der Weiterbildungsdauer etwas an, so dass der Mitarbeitende auch genug Zeit und Motivation für die digitale Qualifizierung hat.

7. Externe ExpertInnen: Marktwissen und Motivation

Weiterbildungsprofis von außen helfen Ihnen dabei, den Bedarf im Unternehmen zu analysieren und im engen Austausch mit Ihnen ein passgenaues Weiterbildungsprogramm zu entwickeln. So können neue Methoden, Tools und Skills praxisnah erlernt werden und unternehmensspezifische Themen integriert werden. Externe Experten wissen auch, wie sie Ihre Mitarbeitenden motivieren und begeistern, etwa durch interaktive Lernformate. Sie bringen stetig markaktuelles Wissen ein und stehen als Tutorinnen für Rückfragen zur Verfügung.