VPNs per Stern oder vermascht aufbauen

So finden Sie die richtige Netzarchitektur

26.11.2009
Von Detlev Flach

Der dezentrale Aufbau

Bei der vermaschten Vernetzung steigt die Zahl der erforderlichen Leitungen exponenziell.
Bei der vermaschten Vernetzung steigt die Zahl der erforderlichen Leitungen exponenziell.

Der dezentrale Aufbau eines vermaschten Netzes hingegen zeichnet sich durch seine geringe Störanfälligkeit aus: Selbst wenn einzelne Standorte ausfallen, ist die Arbeit der anderen generell nicht eingeschränkt. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, den Datenverkehr gleichmäßig zu verteilen. "Damit wird eine Bandbreitenoptimierung und insgesamt höhere Verfügbarkeit erreicht, aus der zudem kürzere Latenzzeiten resultieren", führt der Geschäftskunden-Leiter von Hansenet aus. Typische Anwendungen für eine Any-to-any-Netzstruktur sind VoIP und Video-konferenzen. Hier gilt es, die Daten möglichst schnell und direkt von einem Teilnehmer zum anderen zu befördern. Liefe der gesamte Datenverkehr über die Zentrale, wäre die verfügbare Bandbreite am Hub schnell ausgereizt. In solchen Fällen ist ein dezentraler Aufbau angebracht. Generell sollte eine Any-to-any-Vernetzung in Betracht gezogen werden, wenn gefordert ist, regelmäßig größere Datenvolumen zwischen den verschiedenen Punkten auszutauschen. Beispiele hierfür sind etwa Radio und TV-Sender, bei denen die einzelnen Produktionsstandorte Video- und Tondaten austauschen. "Bei uns werden jeden Monat 4000 Gigabyte über das Netz transferiert. Die Übertragung muss reibungslos verlaufen", rechnet Rolf Mehler, technischer Leiter der Radio-Sender-Gruppe Energy Deutschland, vor.

Welche Netzstruktur sich am besten eignet, zeigt sich in der Praxis erst nach einer eingehenden Analyse. Im ersten Schritt sollte ermittelt werden, welche Standorte das Netz aktuell, aber auch zukünftig verbinden soll. Handelt es sich um zwei oder wenig mehr Standorte, kann die Anbindung durch Standleitungen erfolgen. "In vielen Unternehmen haben sich über die Jahre Standleitungen etabliert. Der Umstieg auf eine neue Infrastruktur fällt vielen IT-Verantwortlichen schwer", erklärt Goronzy die Lage. Betreibt man viele Niederlassungen, bietet sich hingegen die Vernetzung via MPLS an. Das gilt auch, wenn Pläne bestehen, zukünftig weitere Standorte einzurichten oder bestehende Niederlassungen nachträglich in das Netz zu integrieren.