Energiewende und IT

Smart Grids fordern die Firmen-IT

Ariane Rüdiger ist freie Autorin und lebt in München.
Laut Bundeswirtschaftsministerium verbrauchen deutsche IT- und TK-Installationen 58 Millionen Kilowattstunden pro Jahr oder zehn Prozent des erzeugten Stroms. Höchste Zeit, den Energieverbrauch vernünftig zu managen.
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Smart Grids sind intelligente, bidirektional arbeitende Stromnetze mit vielen dezentralen Erzeugern und Verbrauchern. Bei dem Begriff denken die meisten Menschen hinsichtlich der Stromerzeugung vor allem an Solar- und Windenergieanlagen, die Strom unregelmäßig produzieren. Den Verbrauchern kommt meistens die intelligente Waschmaschine in den Sinn, die dann wäscht, wenn der Strom billig ist. Sie denken auch auch an große Kühlhäuser, die bei Versorgungsenpässen auch einmal ein paar Stunden ohne Strom auskommen. Der IT wird im Smart Grid die Rolle der steuernden, messenden und informierenden Systeminstanz zugewiesen.

Doch nun rückt auch die Unternehmens-IT in den Fokus der Energiesparbemühungen. Vielen CIOs dürfte das allerdings Schauer über den Rücken jagen: Ihre Systeme herunterfahren, weil Elektrizität gerade zu viel kostet oder knapp ist? Undenkbar! Doch in diese Richtung weisen neue Trends - ohne freilich die Zuverlässigkeit wichtiger Infrastrukturen in Frage stellen zu wollen. Oberstes Ziel ist immer, die IT-Verfügbarkeit zu gewährleisten. Alles andere würde am Ende mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften.

Derzeit beginnt und endet die Energieoptimierung in der IT-Infrastruktur, bildlich gesprochen, an der Unternehmenstür. Einwirkungen von außen, aus dem externen Energienetz, gibt es vorwiegend in Form unerwünschter, in Deutschland jedoch sehr seltener Stromausfälle oder Spannungsspitzen etwa durch Blitzeinschläge. Dagegen wappnen sich Unternehmen durch teils aufwendige Schutzmechanismen wie mehrere unabhängige Energie-Provider im Rechenzentrum, leistungsfähige und unterbrechungsfreie Stromversorgungen, Blitzschutzanlagen sowie Notstromaggregate. Darüber hinaus haben die Unternehmen sich kaum um äußere Einflüsse der Energieversorgung geschert. Doch das ändert sich gerade.