Massive Vorwürfe gegen AOKs und BBKs

Skandal! Mit Falschberatung Privatversicherte angelockt

05.03.2010
Von 
Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.

Fast 200 Euro mehr bezahlen - monatlich!

Vom Gesamtbetrag muss der Arbeitnehmer 53,4 Prozent übernehmen, der Arbeitgeber 46,6. Alleine für den Arbeitnehmer sind das monatlich 335,35 Euro. Zum Vergleich: Die private Krankenkasse und Pflegeversicherung kostete ihn nur 150 Euro im Monat. Das heißt: Jetzt muss der Arbeitnehmer 185,35 Euro monatlich mehr bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet summiert sich damit das Minus seines monatlich zur Verfügung stehenden Gehaltes auf 2.224,20 Euro.

Doch damit nicht genug: Auch der Arbeitgeber muss ein kräftiges Beitragsplus verkraften für seinen Angestellten: Jährlich 1716,96 Euro. Macht zusammen eine Mehrbelastung von 3.941,16 Euro. Angenommen, bereits nach einem Jahr könnte der geprellte Arbeitnehmer wieder an sein altes höheres Einkommen anknüpfen: Ein Wechsel in die günstigere private Krankenkasse wäre dennoch nicht möglich.

Grund: Seit wenigen Jahren gilt die Regel, dass ein Arbeitnehmer mindestens drei Jahre die aktuelle Versicherungspflichtgrenze überschreiten muss, um wechseln zu dürfen. Insgesamt würde im geschilderten Fall also eine Pflichtmitgliedschaft in der GKV von vier Jahren gelten. Hinzu kommt: Da der Gesetzgeber jährlich die Versicherungspflichtgrenze um rund 1000 Euro steigert, müsste sein Gehalt jährlich ebenfalls um diesen Betrag steigen.