Amazon Alexa

Siri, Cortana & Google Assistant bereits geschlagen?

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Amazons digitale Assistenz Alexa pocht in Sachen Produktintegration auf ihren Führungsanspruch. Kann die Konkurrenz noch aufholen?

Auf der diesjährigen CES hatten vernetzte Geräte aller Art ihren großen Auftritt. Dabei kommen die allermeisten dieser Devices auf einen gemeinsamen Nenner: Amazons Alexa.

Alexa übernimmt die Führung auf der CES

Lenovo hat einen neuen Smart-Home-Lautsprecher vorgestellt, der auf Alexa basiert, Volkswagen und Ford wollen Amazons digitalen Assistenten in ihre Fahrzeuge integrieren und auch LG plant für seinen smarten Kühlschrank mit Alexa. Es sind nur einige Beispiele dafür, dass der Retail-Riese Amazon in Sachen Digital Assistant einiges richtig gemacht hat. Seit der Konzern im letzten Jahr die Schnittstellen offengelegt hat, werkelt die Tech-Industrie fieberhaft an der Integration von Alexa in ihren Produkten. Auf der CES in Las Vegas präsentierte sich Amazons KI-Lösung in der Folge als klarer Sieger unter den Digital Assistants - zumindest wenn es nach Integrations-Volumen, beziehungsweise Verbreitung geht.

Amazon und der frühe Assistant-Vogel

Was das für die Zukunft der Konkurrenten - namentlich Apples Siri, Microsofts Cortana und Googles Assistant - bedeutet, bringt Werner Goertz, Research Director bei Gartner, auf den Punkt: "Diese Unternehmen müssen damit anfangen, es Amazon gleichzutun. Noch ist nichts verloren, aber je länger die Konkurrenz - insbesondere Cortana und Siri - zögert, desto aussichtsloser wird dieses Unterfangen."

Der Schlüssel für die frühen Vorteile von Alexa liegt auch darin, dass Amazon den Geräteherstellern schon Mitte letzten Jahres das entsprechende Software Development Kit (SDK) bereitgestellt hat, um Hardware mit Alexa-Integration realisieren zu können. So hatten die Hersteller mehr als genug Zeit, entsprechende Devices für die große CES-Show zu entwickeln. Durch den frühen Vorstoß konnte Amazon zum Beispiel den Deal mit Volkswagen unter Dach und Fach bringen: Ein Sprecher des Konzerns bestätigte auf der CES, dass die frühe Bereitstellung des Alexa-SDKs der wesentliche Grund dafür sei, dass künftig Amazons Assistent in seinen Fahrzeugen den Ton angibt und nicht der Google Assistant.

Ein weiterer Grund für den Vorsprung, den Alexa sich erarbeitet hat: Amazons Echo-Lautsprecher kann als Smart-Home-Hub verwendet werden und bringt Devices verschiedenster Hersteller zusammen - ohne dass diese direkt miteinander kooperieren müssen.

Microsoft und Google abgehängt?

Die Konkurrenz verfolgt unterdessen andere Ansätze: Sowohl Microsoft, als auch Google haben relativ spät Entwicklungs-Tools für ihre Digital Assistants angekündigt und die Integration von Drittherstellern bewusst limitiert.

Aus der Perspektive von Microsoft ist Alexas zahlenmäßiger Vorsprung der strategischen Ausrichtung geschuldet. In einem Interview sagte Ryan Gavin, General Manager bei Microsoft, dass sein Unternehmen nicht an einem Rennen um die meisten Integrationen interessiert ist. Microsoft setze stattdessen auf gezielte Integrationen, die zu Cortanas Mission - mehr Produktivität - passen. Welche Antwort sollte der Konzern aber auch auf die drückende, zahlenmäßige Überlegenheit von Amazons Assistent geben?

Google hingegen könnte sich jetzt in der Position von Amazon befinden, allerdings scheint der Suchmaschinenriese durch die Akquisition des Smart-Home-Herstellers Nest im Jahr 2014 ein wenig das große Ganze aus den Augen verloren zu haben - davon zeigt sich zumindest Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights and Strategy überzeugt. Microsoft, so der Analyst weiter, habe hingegen Wichtigeres zu tun gehabt - etwa die Entwicklung weiterer KI-Implementationen: "Cortana ist Weltklasse, hat aber kein Smart-Home-Ökosystem, dass sie steuern kann. Bislang". Der Experte geht davon aus, dass Microsoft und Google sich auf lange Sicht in Sachen Digital Assistant durchsetzen werden, zumindest wenn es um PCs, Smartphones und Tablets geht.

Das Battle der Digital Assistants geht weiter

Es bleibt festzuhalten, dass Amazon trotz aller positiven Anzeichen für Alexa noch viel zu tun hat: Weltweite Dominanz ist für Alexa noch lange nicht in Sicht, denn an Konkurrenz dürfte so schnell kein Mangel entstehen: Microsoft, Google und Apple werden sich kaum auf die faule Haut legen und zahlreiche neue Produkte werden den Markt weiter diversifizieren: Auf der CES zeigten unter anderem auch Sony und LG eigene Digital Assistants.

Amazons Alexa befindet sich derzeit in einer guten Ausgangsposition. Die Konkurrenten sollte man dennoch nicht vorschnell abschreiben.
Amazons Alexa befindet sich derzeit in einer guten Ausgangsposition. Die Konkurrenten sollte man dennoch nicht vorschnell abschreiben.
Foto: Fotokvadrat - shutterstock.com

Es wird interessant sein zu sehen, wie der Kampf der Digital Assistants und ihrer Ökosysteme weitergeht. In den nächsten Jahren werden Amazon, Google, Apple und Microsoft ihre Produkte und Lösungen weiterentwickeln und versuchen, auch auf anderen Plattformen einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Mit Material von IDG News Service.