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Sinner verlässt Schrader

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oliver Sinner, der Vorstandschef und Mitbegründer des Hamburger Internet-Dienstleisters Sinner Schrader AG, wird das Unternehmen zum 31. August verlassen. Der 33-jährige zieht damit die Konsequenz aus den sinkenden Umsätzen, teilte das Unternehmen am heutigen Donnerstag mit. "Trotz namhafter Kunden und anerkannter Fachkompetenzen ist es Sinner Schrader nicht gelungen, sich dem schlechten Investitionsklima für Internet-Lösungen zu entziehen", lautet das Fazit im Beitext des Adhoc-Meldung. Den Posten des CEO und die Verantwortung für den Vertrieb soll nun der zweite Gründer Matthias Schrader übernehmen, der Technologievorstand Detlef Wichmann rückt auf den Posten des COO (Chief Operating Officer) nach. Die Verantwortlichkeit über die Finanzen obliegt nach wie vor Thomas Dyckhoff. Sinner bleibt trotz seines Rücktritts der größte Einzelaktionär von

Sinner Schrader und will dem Unternehmen eventuell als Aufsichtsrat weiter zur Seite stehen.

Wie schlecht es um die Hamburger steht, deuten die Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres an: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken die Einnahmen um 24 Prozent von 15,3 Millionen auf 11,6 Millionen Euro. Im Ende Mai abgelaufenen, dritten Geschäftsquartal fielen die Einnahmen mit 2,9 Millionen Euro unter Plan aus, verglichen mit dem Umsatz des vorangegangenen zweiten Quartals verzeichnete das Unternehmen dabei einen Rückgang um 23 Prozent oder 1,4 Millionen Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) entstand Sinner Schrader ein Verlust von 1,3 Millionen Euro. Der Internet-Dienstleister konnte sich damit aber gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 400.000 Euro verbessern. Grund waren unter anderem die - nach Entlassungen - um 700.000 Euro gesunkenen Personalkosten. Existenzängste plagen das Unternehmen aber nach wie vor nicht: Nachdem der größte Teil der Erlöses aus dem Börsengang nicht angetastet sondern sogar vermehrt

wurden, verfügt Sinner Schrader noch über 28,7 Millionen Euro an liquiden Mitteln. Zu den Kunden zählen unter anderem Bertelsmann, Daimler-Chrysler und Tschibo. (mb)