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Siemens sucht keinen Partner für die Mobilfunksparte

12.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Siemens schließt für seinen Mobilfunkbereich IC Mobile (ICM) eine strategische Partnerschaft in der nahen Zukunft aus. ICM-Chef Rudi Lamprecht widersprach Presseberichten, denen zufolge Siemens verzweifelt nach einem Zugang zum US-Markt suche. Lamprecht erklärte, Mobile Telefonie zähle nicht zu den Industriebereichen, wo eine starke US-Präsenz der Schlüssel zum Erfolg sei. Siemens ICM erzielt derzeit nur drei Prozent seiner Einnahmen in den Vereinigten Staaten.

Viele Finanzexperten hatten gehofft, dass Siemens eine Kooperation mit Motorola oder dem südkoreanischen Hersteller Samsung eingehen würde. Dadurch, so die These, hätte sich ICM die Forschungs- und Entwicklungskosten für 3G-Handys teilen und seine Rentabilität verbessern können. Laut ICM-Chef Lamprecht strebe Siemens zwar eine begrenzte Zusammenarbeit an, man denke jedoch nicht an eine Fusion oder ein Joint Venture. Wenn das Geschäft nicht die erwünschten Profite generiert, sei das ein Margenproblem an dem gearbeitet werden müsse. Natürlich sei Größe wichtig, aber ICM plane nicht, Marktanteile hinzuzukaufen. Das Wachstum müsse vielmehr auf organischer profitabler Basis erfolgen. Zu diesem Zweck wolle sich ICM künftig verstärkt auf das Niedrigpreissegment konzentrieren.

Die für Anfang 2003 angekündigte Einführung von UMTS in Deutschland sieht Lamprecht nicht bedroht. Sein Unternehmen werde wie geplant im vierten Quartal 2002 die neuen 3G-Handys vorstellen. (mb)