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Siemens sieht sich trotz Umsatz- und Gewinnrückgang weitgehend im Plan

24.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Elektronikkonzern Siemens hat im Ende März abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal Einbußen bei Umsatz und Gewinn verbucht: Die Einnahmen des Münchner Unternehmens gingen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 14 Prozent von 21,25 Milliarden auf 18,23 Milliarden Euro zurück, Währungs- und Konsolidierungseffekte ausgeklammert, sank der Umsatz immerhin noch um fünf Prozent. Der Nettoprofit reduzierte sich von 1,28 Milliarden auf 568 Millionen Euro oder 64 Cent pro Aktie. Im zweiten Quartal 2001/2002 hatte Siemens allerdings 604 Millionen Euro durch den Verkauf von Infineon-Aktien verdient. Der operative Gewinn lag im aktuellen Berichtszeitraum mit 1,073 Milliarden Euro leicht unter Vorjahresniveau (1,086 Milliarden Euro).

Die Konzernführung hatte im Dezember 2000 mit ihren vierzehn Bereichen mittelfristige Gewinnmargen vereinbart, die im Geschäftsjahr 2003 erreicht werden sollten. Wie Siemens nun bekannt gab, haben bereits sechs Sparten ihre Vorgaben erfüllt oder sogar übertroffen, zwei weitere seien zumindest in die Reichweite ihrer Zielmargen gerückt.

Den fünf verbleibenden Geschäftsfeldern hatte der Konzern aufgrund der Krise in den einzelnen Branchen bereits im Vorfeld ein Jahr Aufschub für die Erfüllung ihrer Planziele gewährt. Im Berichtsquartal wies die Netzwerksparte davon als einziger Bereich mit einem operativen Minus von 147 Millionen Euro noch rote Zahlen aus. Die vier Bereiche IC Mobile (55 Millionen Euro), Siemens Business Services (25 Millionen Euro), Siemens Dematic (zwölf Millionen Euro) und Industrial Solutions and Services (vier Millionen Euro) erwirtschafteten dagegen leichte Gewinne.

Nachdem die zentralen Kosten bereits im Vergleich zu 2001 um 200 Millionen Euro gesenkt wurden, kündigten die Münchner nun Pläne an, die Sparmaßnahmen auf weitere Bereiche auszudehnen. Dabei ist vorgesehen, in den Feldern Informationstechnologie, Reisebudget, Weiterbildung und Beratung in den nächsten zwei bis drei Jahren konzernweit rund eine Milliarde Euro einzusparen. Die Zahl der Mitarbeiter sank in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres um 6000 auf rund 420.000, 173.000 davon sind in Deutschland beschäftigt.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer geht nicht davon aus, dass sich das konjunkturelle Umfeld im laufenden Jahr wesentlich aufhellen werde. Die Weltwirtschaft leide unter den Belastungen des Irak-Kriegs, stellte von Pierer fest, selbst wenn die Auswirkungen auf die Konjunktur und Siemens derzeit nicht vollständig abzuschätzen seien. Da eine durchgreifende Verbesserung aus heutiger Sicht nicht zu erkennen sei, erwartet das Management wie bisher für das Geschäftsjahr 2002/2003 insgesamt rückläufige Volumenzahlen. (mb)