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Siemens ICN kündigt 320 Mitarbeitern

08.01.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der angeschlagenen Netzwerksparte ICN von Siemens kommt es jetzt auch in München zu betriebsbedingten Kündigungen. Betroffen sind 320 Mitarbeiter, die weder in die Qualifizierungsgesellschaft wechseln wollten noch mit einem Aufhebungsvertrag einverstanden waren. Darüber hinaus wurden 45 Mitarbeiter aus der Mobilfunksparte ICM entlassen. Der Betriebsrat geht davon aus, dass zahlreiche Betroffene gegen die Kündigung klagen werden. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren zudem die Auswahl der Beschäftigten, da es vor allem Mitarbeiter über 45 Jahren sowie Frauen in Teilzeitstellen getroffen habe. Matthias Bellmann, Personalchef von Siemens ICN, wehrte sich aber gegen diese Vorwürfe und betonte, alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten sowie jeden Einzelfall geprüft zu haben.

Monatelang haben Siemens-Management und Betriebsrat über den sozialverträglichen Stellenabbau in der Netzwerksparte ICN gestritten. ICN-Chef Thomas Ganswindt will bis Ende 2003 die Zahl der Arbeitsplätze von 54.000 (Stand: 2001) auf 34.000 zusammenstreichen. Allein in der ICN-Zentrale in München sollte jeder dritte Job wegfallen. Eine Betriebsvereinbarung sieht vor, dass ab Januar bis zu 1100 Betroffene in eine neue Serviceeinheit wechseln können. Laut Siemens sind bislang 400 Mitarbeiter in diese Qualifizierungs- und Vermittlungsgesellschaft eingetreten. Dort sollen sie darin unterstützt werden, einen neuen Job zu finden oder sich selbständig zu machen. Weitere 250 Betroffene waren damit einverstanden, ihren Arbeitsvertrag vorzeitig aufzulösen. (am)