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Siemens einigt sich mit Arbeitnehmern über Com-Ausgliederung

19.07.2006
Der Siemens-Konzern hat sich mit Arbeitnehmervertretern auf die Bedingungen für die geplante Auflösung der Kommunikationssparte Com geeinigt.

Die Geschäftseinheiten "Com Carrier" und "Com Enterprise" könnten damit wie geplant als eigenständige Gesellschaften zum 1. Oktober ausgegliedert werden, teilte die Siemens AG am Mittwoch mit.

"Die aktuell geltenden Tarifverträge kommen für die Mitarbeiter unverändert zur Anwendung", hieß es. Der Großteil von Com - nämlich Com Carrier - soll in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia eingebracht werden. Die Siemens-Aktie verlor bis zum Nachmittag gegen den DAX-Trend 0,05 Prozent auf 62,69 Euro.

IG Metall und Gesamt-BR begrüßen die Einigung

Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat (GBR) begrüßten die Einigung. "Im Rahmen der Gegebenheiten kann der Gesamtbetriebsrat mit dieser Lösung zufrieden sein", sagte GBR-Chef Ralf Heckmann. Zwar gebe es weiterhin Kritik an der Ausgliederung, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Jetzt gehe es aber darum, die Veränderungen für die Mitarbeiter so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. "Als gemeinsame Zielsetzung wurde festgelegt, dass die ausgegliederten Arbeitsplätze möglichst erhalten werden."

Eventuell notwendiger Stellenabbau solle bis Herbst 2009 ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Zudem sei es positiv, dass die ausgegliederten Unternehmen auch künftig der deutschen Mitbestimmung unterliegen.

Die ausgegliederte Com Carrier soll künftig der deutsche Ableger des neuen Telekommunikationsausrüsters von Siemens und Nokia sein. Das neue Gemeinschaftsunternehmen kommt weltweit auf knapp 16 Milliarden Euro Umsatz und 60.000 Beschäftigte. Die Partner haben bereits angekündigt, dass zehn bis 15 Prozent der Stellen - also bis zu 9.000 Arbeitsplätze - gestrichen werden sollen. (dpa/tc)