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Siemens-Betriebsräte und Gewerkschaften bündeln Kräfte

20.01.2006
Siemens-Betriebsräte und Gewerkschaften von Unternehmensstandorten in aller Welt wollen künftig gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzsicherheit kämpfen.

Dazu sollen die Kräfte in einem internationalen Netzwerk gebündelt werden. "Die Siemens-Beschäftigten in den meisten Ländern sind mit der Verschlechterung von Einkommen und Arbeitsbedingungen, mit Arbeitsplatzabbau und Verlagerungsdrohungen konfrontiert", erklärte die IG Metall am Freitag in München nach einem Gewerkschaftstreffen.

Selbst in Indien drohe mittlerweile die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China. "Die Siemens-Betriebsräte und Gewerkschaften wollen deshalb mit einer Reihe von Maßnahmen die Gewerkschaften in den Niedriglohnländern unterstützen, um die weltweite Abwärtsspirale bei Löhnen und Arbeitsbedingungen zu stoppen", hieß es.

Man sei stolz auf die Spitzenstellung vieler Geschäftsbereiche, hieß es. "Allerdings haben die Siemens-Betriebsräte und Gewerkschaften aktuell große Sorge um die Zukunft der Kommunikationssparte und von Siemens Business Services." Mit dem Konzern soll über Strategien und die Förderung von Innovationen diskutiert werden. Am Gewerkschaftstreffen hatten sich Betriebsräte und Gewerkschafter aus zehn EU-Ländern sowie aus Indien und Indonesien beteiligt.

Siemens hat im Auftaktquartal 2005/06 aus Sicht von Analysten bei höheren Erlösen weniger Überschuss erzielt. Sorgenkinder seien weiterhin der größte Konzernbereich Communications (Com) sowie der defizitäre IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS), sagten Analysten. Die Siemens AG legt ihre Zahlen für das erste Geschäftsquartal (Oktober bis Dezember) am 26. Januar) und lädt am gleichen Tag ihre Aktionäre zur Hauptversammlung ein.

Die von dpa-AFX befragten Analysten erwarten, dass Siemens den Umsatz im Jahresvergleich von 18,17 auf 19,22 Milliarden Euro gesteigert hat. Der Auftragseingang dürfte auf 22,09 (Vorjahr: 21,54) Milliarden Euro gestiegen sein. Beim Ergebnis der Bereiche (operatives Geschäft) sagen die Experten im Schnitt einen Zuwachs auf 1,435 (1,433) Milliarden Euro vorher. Beim Überschuss verbuchte Siemens aus ihrer Sicht einen Rückgang auf 999 Millionen (1,001 Milliarden) Euro. (dpa/tc)