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Siebel kauft "wertlose" Aktienoptionen zurück

30.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Um die Arbeitsmoral zu heben, will Siebel Systems seinen Angestellten ihre praktisch wertlosen Aktienoptionen abkaufen. Wie aus einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht, bietet der kalifornischen CRM-Anbieter seinen Mitarbeitern für jeden Optionsschein, der erst bei einem Aktienkurs von 40 Dollar oder mehr eingelöst werden kann, 1,85 Dollar. Beträgt der Wert der Optionen weniger als 5000 Dollar, wird Siebel die Summe in bar auszahlen. Bei höheren Beträgen erhalten die Inhaber den Gegenwert in Aktien. Aktuell notiert das Siebel-Papier bei unter neun Dollar - weit entfernt von seinem 52-Wochen-Hoch von 38,38 Dollar.

Laut SEC-Bericht ist das Angebot für rund ein Achtel aller ausstehenden Aktienoptionen wirksam. Siebel kostet die Aktion bis zu 63,6 Millionen Dollar. Derzeit ist allerdings noch unklar, wieviele Mitarbeiter auf das Angebot eingehen.

Mit Aktienoptionen erwirbt der Inhaber das Recht, eine bestimmte Zahl an Aktien zu einem festgelegtem Termin für einen vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Vor allem Manager sollen so an das Unternehmen gebunden und motiviert werden, alles für steigende Kurse zu tun. Wie sich bei den jüngsten Bilanzskandalen gezeigt hat, greifen einige Manager auch zu illegalen Mitteln, um die Gewinne künstlich zu erhöhen. (mb)