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Siebel glänzt vor der Übernahme durch Oracle

13.01.2006
Vorläufigen Berechnungen zufolge hat Siebel Systems die Erwartungen für sein viertes Finanzquartal deutlich übertroffen.

Obwohl sich der Kurs des Customer-Relationship-Management-Spezialisten (CRM) damit weiter stabilisiert, stellen die Verantwortlichen die seit September 2005 angestrebte Übernahme durch Oracle nicht in Frage. Laut den vorläufigen Zahlen hat Siebel im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal - dem vermutlich letzten als eigenständiges Unternehmen - Einnahmen in Höhe von 469 Millionen Dollar verbucht. Das sind 20 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Siebel-Verantwortlichen hatten ursprünglich Einnahmen von 340 bis 360 Millionen Dollar angepeilt. Experten rechneten mit einem Umsatz von knapp 365 Millionen Dollar. Die endgültigen Zahlen will der im US-amerikanischen San Mateo ansässige Softwarehersteller am 23. Januar präsentieren.

Der Geschäftsverlauf habe in allen Segmenten die Erwartungen übertroffen, begründete das Management die guten Zahlen. Vor allem die stärkeren Lizenzverkäufe hätten das Geschäft getrieben. Mit 214 Millionen Dollar lagen die Einnahmen mit Softwarelizenzen um 33 Prozent höher als im Vorjahresquartal.

Den operativen Gewinn für das vierte Geschäftsquartal taxieren die Verantwortlichen auf 107 bis 111 Millionen Dollar. Damit läge die operative Marge des Softwareanbieters zwischen 23 und 24 Prozent. Zum Nettogewinn machte das Management keine Angaben.

"Dieses Quartal ist in Sachen Umsatz und Gewinn das Beste seit Anfang 2002", freute sich Siebel-CEO George Shaheen. Die Zahlen bestätigen den Kurs des zuletzt scharf kritisierten Firmenlenkers (siehe auch: Siebel steckt weiter in der Krise). Großaktionäre hatten angesichts kontinuierlich rückläufiger Umsätze und ständiger Verluste im vergangenen Jahr gefordert, den Bargeldbestand von über zwei Milliarden Dollar zu reduzieren und an die Anteilseigner auszuschütten. Der CEO, der erst im April 2005 das Ruder des CRM-Anbieters übernommen hatte, lehnte dies kategorisch ab und legte seinen Fokus auf die Reorganisation des Unternehmens. Strukturen wurden gestrafft, Kosten reduziert und die Produktstrategie vereinfacht.

Im September 2005 kündigte Oracle an, Siebel für rund 5,85 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen (siehe auch: Mit Siebel kauft Oracle Marktanteile). Das Management, darunter auch Firmengründer Tom Siebel, befürworteten den Deal. Die guten Zahlen und die damit verbundene Stabilisierung würden daran nichts ändern, betonte Shaheen. Das Angebot Oracles sei gut und fair. Er empfahl den Aktionären, die Offerte auf der anstehenden Abstimmung am 31. Januar 2006 anzunehmen. (ba)