Datenschutz

Sichere Kommunikation mit Facebook, Twitter und Co.

02.07.2016
Von Christian Rentrop

Facebook sicher machen

Die Sicherheit von Facebook ist natürlich das A und O, wenn es darum geht, im Netz keine Daten ungewollt zu verteilen. Da Facebook auch für die Anmeldung bei diversen Spielen, Webdiensten und Programmen verwendet werden kann, ist es hier natürlich besonders wichtig, Daten und Profil abzusichern. Neben dem sicheren Passwort gibt es hierfür eine Reihe von Einstellungen:

1. Profil aus Suchmaschinen nehmen

Loggen Sie sich zunächst in Facebook ein und rufen Sie die Einstellungen auf. Klicken Sie hier auf "Privatsphäre". Hier sehen Sie im unteren Teil den Eintrag "Wer kann nach mir suchen?" Facebook zeigt hier die Einstellungen an, die gesetzt sind. Damit Ihre Postings und Ihr Profil nicht aller Welt präsentiert werden, sollten Sie hier den Haken bei "Möchtest du, dass Suchmaschinen außerhalb von Facebook dein Profil anzeigen?" entfernen. Das Profil wird nun bei der nächsten Aktualisierung der Sucheinträge aus den Google-Suchergebnissen verschwinden, was eine Weile dauern kann.

Facebook kann nach Wunsch das eigene Profil von der Google-Suche ausschließen.
Facebook kann nach Wunsch das eigene Profil von der Google-Suche ausschließen.

2. Interne Facebook-Suche einschränken

Nun sollten Sie für eine interne Absicherung sorgen: Klicken Sie bei "Wer kann mithilfe der von dir zur Verfügung gestellten E-Mail-Adresse nach dir suchen?" und "Wer kann mithilfe der von dir zur Verfügung gestellten Telefonnummer nach dir suchen?" auf "Bearbeiten" und tauschen Sie jeweils "Alle" gegen "Freunde" oder "Freunde von Freunden" aus. Auf diese Weise werden Sie bei Facebook für Dritte, die nicht bereits mit Ihnen befreundet sind, quasi unsichtbar - außer, diese suchen nach Ihrem Namen.

Auch die Mail-Adresse kann in die falschen Hände geraten.
Auch die Mail-Adresse kann in die falschen Hände geraten.

3. Arbeitskollegen-Blacklist erzeugen

Es gibt diese Postings, die sind für den gesamten Freundeskreis geeignet, sollten aber tunlichst nicht irgendwelchen Arbeitskollegen unter die Augen geraten. Dafür müssen Sie Arbeitskollegen auf eine Liste setzen. Wechseln Sie dazu in Ihre Freundesliste und klicken Sie dort auf "Liste erstellen". Vergeben Sie hier einen Namen, etwa "Arbeitskollegen", und fügen Sie direkt Ihre Kontakte hinzu. Alternativ können Sie Freunde aber auch später auf die Liste setzen. Klicken Sie anschließend auf "Erstellen".

Sollen die Arbeitskollegen etwas von der eigenen Facebook-Aktivität nicht mitbekommen, kann man sie über eine spezielle Gruppe ausschließen.
Sollen die Arbeitskollegen etwas von der eigenen Facebook-Aktivität nicht mitbekommen, kann man sie über eine spezielle Gruppe ausschließen.

4. Postings grundsätzlich für Arbeitskollegen (oder andere Personen) ausblenden

Nun können Sie wieder zurück in die Privatsphäre-Einstellungen wechseln. Rufen Sie hier den Punkt "Wer kann Deine zukünftigen Beiträge sehen" auf und wählen Sie hier im Dropdown-Menü "Freunde" den Punkt "Benutzerdefiniert". Hier können Sie nun festlegen, dass zukünftige Postings nur noch von Freunden gesehen werden, die nicht auf der Liste "Arbeitskollegen" sind. Sie müssen nur Menschen auf die Liste "Arbeitskollegen" nehmen, um zu verhindern, dass diese die Postings sehen.

So sehen den neuen Posts alle Freunde außer Arbeitskollegen.
So sehen den neuen Posts alle Freunde außer Arbeitskollegen.

5. Anmeldungssicherheit durch Zwei-Faktor-Authentifizierung erhöhen

Trotz eines sicheren Passworts kann es natürlich immer passieren, dass Ihr Facebook-Passwort durch Unachtsamkeit in fremde Hände gerät - etwa, weil ein Keylogger auf einem fremden Rechner installiert war. Um trotzdem zu verhindern, dass sich jemand einloggen kann, können Sie in den Sicherheitseinstellungen die "Anmeldebestätigungen" aktivieren. Facebook sendet daraufhin einen Code per SMS, der eingegeben werden muss. Nach einer Bestätigung per Passwort ist die Zwei-Faktor-Anmeldung aktiviert, Sie müssen jetzt bei Logins mit neuen Browsern das Handy zur Hand haben.

Die zweistufige Authentifizierung ist Pflicht.
Die zweistufige Authentifizierung ist Pflicht.

6. Nachlasskontakt einrichten

Und wo wir gerade dabei sind: Facebook bietet in den Sicherheitseinstellungen die praktische Möglichkeit, einen Nachlasskontakt einzurichten. Sie müssen dann keine Angst mehr haben, dass Sie nach Ihrem Tod für alle Ewigkeiten auf Facebook herumgeistern: Sie können entweder einen Nachlassverwalter benennen - etwa einen Verwandten, der ebenfalls bei Facebook ist. Oder Sie können durch Setzen des Hakens "Kontoauflösung" im Vorfeld dafür sorgen, dass Ihr Konto mit allen Einträgen verschwindet, sobald jemand Sie bei Facebook als Verstorben meldet.

Facebook-Konto lässt sich vererben.
Facebook-Konto lässt sich vererben.

7. Werbeanzeigen deaktivieren

Übrigens: Facebook verdient Geld mit Ihnen und dem, was Sie posten. In den Werbeanzeigen-Einstellungen können Sie allerdings dafür sorgen, dass Sie möglichst wenige Anzeigen sehen, die anhand ihrer Aktivitäten ausgeliefert werden. Rufen Sie die entsprechende Einstellung auf und wählen Sie hier überall "Nein" beziehungsweise "Niemand".

Schaut man ab und zu in die Werbeanzeigen-Einstellungen, wundert sich manchmal, wofür Facebook einen qualifiziert.
Schaut man ab und zu in die Werbeanzeigen-Einstellungen, wundert sich manchmal, wofür Facebook einen qualifiziert.

8. Suche löschen

Zuguterletzt noch ein Tipp für zwischendurch: Facebook merkt sich alles, was sie auf Facebook gesucht haben. Das ist zwar kein echtes Sicherheitsrisiko, muss aber natürlich auch nicht sein. Klicken Sie zur Entfernung der Suchen in die (leere) Suchleiste und wählen Sie hier "Bearbeiten". Anschließend können Sie nicht nur all Ihre bisherigen Suchen einsehen, sondern diese auch über "Suchen löschen" entfernen.

Nächster Schritt – eigene Suchanfragen löschen.
Nächster Schritt – eigene Suchanfragen löschen.
Das soziale Netzwerk hat auch langes Gedächtnis.
Das soziale Netzwerk hat auch langes Gedächtnis.