AT&T Istel will die CAB GmbH kaufen

Servicekonzern von AT&T bleibt auf Akquisitionskurs

20.03.1992

MÜNCHEN (CW) - Das Dienstleistungsunternehmen des AT&T-Konzerns schlägt wieder zu. Die Übernahme von Dataid ist kaum über die Bühne, da kündigt die AT&T Istel Europe Development Group Ltd., Brüssel, die Übernahme der Essener Computeranwendungs-Beratungs GmbH (CAB) an (siehe CW Nr. 11 vom 13. März 1992, Seite 5: "AT&T-Tochter errichtet einen europäischen Dienstleistungskonzern").

Nach Informationen von Wolfgang Metz, Geschäftsführer der Infoplan GmbH, die ebenfalls zum AT&T-Istel-Konzern gehört, ist der Deal beinahe perfekt: "Die Verträge sind unterschrieben, es fehlt nur noch die Zustimmung des Kartellamts." Vorgesehen ist, daß nach der Übernahme die bisherigen CAB-Geschäftsführer an den Infoplan-Chef berichten. Der Grund: Die Produktlinien von Infoplan und CAB ergänzen sich, so daß langfristig an eine Verschmelzung gedacht ist.

Beide Unternehmen sind auf der Basis des Unix-Betriebssystems im Fertigungssektor engagiert. Während die Stärke von Infoplan vor allem auf seinem PPS-Produkt "Indus" beruht, hat CAB Erfahrungen mit kommerziellen Unix-Anwendungen für die Bereiche Lohn und Gehalt, Kostenrechnung, Anlagebuchhaltung, Vertrieb und Materialwirtschaft. Dabei pflegt das Unternehmen besonders enge Kontakte mit dem Hardwarehersteller Hewlett-Packard. Der Neuling bringt einen Jahresumsatz für 1991 von 20 Millionen Mark und 100 Mitarbeiter in den Dienstleistungskonzern ein.

Aus der Sicht des Infoplan-Geschäftsführers bedeutet die Übernahme der Essener lediglich die konsequente Fortführung der bereits seit einem drei-viertel Jahr bestehenden Kooperationsvereinbarung. John Hardy, Direktor Zentral- und Nordeuropa von AT&T Istel, nennt die Übernahme eine Stärkung der Position des Dienstleistungskonzerns im mitteleuropäischen Raum.