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Service Pack 1 bringt wieder Java in Windows XP

19.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat angekündigt, mit dem Service Pack 1 (SP1) für Windows XP wieder eine Java-Laufzeitumgebung (Java Virtual Machine = JVM) zu liefern. Nach Rechtsstreitigkeiten mit dem Java-Lizenzinhaber Sun hatte sich Microsoft im Herbst 2001 zunächst entschieden, das Betriebssystem ohne JVM auszuliefern. Denn aufgrund von Lizenzvereinbarungen darf Microsoft bislang nur auf eine fünf Jahre alte Version der JVM zurückgreifen, die dem Versionsstand 1.1.4 entspricht. Die Folge: Bei Bedarf müssen XP-Nutzer das rund fünf Megabyte goße Modul aus dem Internet nachladen.

Laut Microsoft-Sprecher Jim Cullinan ist die Entscheidung, eine neu angepasste Version der JVM in das SP1 zu integrieren, das Ergebnis eines erneuten Gerichtsverfahrens, das Sun im März 2002 angestrengt hatte. Dem Urteil zufolge darf Microsoft seine Monopolstellung nicht dazu nutzen, Java von den Desktops zu verbannen. Allerdings hat Cullinan bereits angekündigt, in kommenden Windows-Versionen Java endgültig nicht mehr zu unterstützen. Als Grund gab der Sprecher an, dass Ende 2003 Vereinbarungen mit Sun auslaufen, den Code der Laufzeitumgebung ändern zu dürfen.

Bei Sun steht die aktuelle Version 1.4 als Plug-in für alle Windows-Versionen zum Download bereit. Eine rund 12 Megabyte große Stand-Alone-Version der JVM ist auf den Java-Seiten des Herstellers ebenfalls zu haben. Das SP1 für Windows XP soll noch im Sommer 2002 herauskommen. (lex)

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