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Sega: Rückzug aus dem Konsolengeschäft?

29.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge könnte Segas "Dreamcast" die letzte reine Spielekonsole des japanischen Herstellers gewesen sein. Das Blatt berichtet unter Berufung auf Insider aus dem Unternehmensumfeld, Sega bemühe sich darum, seine Technologie auf neue Endgeräte - etwa Handys - zu übertragen. Offiziell hält Sega allerdings weiterhin an seiner Anfang November verkündeten "Drei-Säulen-Strategie" mit Spiele-Software, Netzwerk-Diensten sowie Arcade-Geräten (Spielhallen) fest. Kazuhiko Nishi, ein Intimus von Firmenchef Isao Okawa, redet allerdings schon etwas mehr Tacheles: "Ich denke, dass Sega langfristig aus dem Hardwaregeschäft aussteigt." Dabei sei aber ein "langsamer, ruhiger Rückzug in Ehren" zu erwarten und nicht etwa ein sofortiges Verschwinden der nur mäßig erfolgreichen Dreamcast aus den Regalen.

Parallel meldet die japanische Zeitung "Sankei Shimbun", Sega werde Spiele für den "Gameboy Advance" des Konkurrenten Nintendo liefern. Ein Nintendo-Sprecher hat die Meldung aber ebenso dementiert wie Berichte der "New York Times", sein Arbeitgeber wolle Sega für rund zwei Milliarden Dollar übernehmen (Computerwoche online berichtete).