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SEC will mehr über HP und die Deutsche Bank wissen

15.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard ist nach eigenen Angaben von der Bezirksniederlassung der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) in San Francisco "formlos" kontaktiert und aufgefordert worden, Dokumente und Informationen über die Beziehung zur und über die Kommunikation mit der Deutschen Bank beizubringen. Des weiteren habe der Konzern bereits am 10. April eine Vorladung vom Büro des Bezirksstaatsanwalts für den Southern District of New York erhalten, das laut "Wall Street Journal" ebenfalls Informationen über die Stimmabgabe der Deutschen Bank sowie des Northern Trust bei der Abstimmung der HP-Aktionäre im vergangenen Monat wünscht.

Offenbar zeigen hier die Vorwürfe des gegen die Fusion mit Compaq opponierenden Gründersohns Walter Hewlett Wirkung. Er hatte in seiner im Bundesstaat Delaware eingereichten Klage unter anderem behauptet, HP habe Deutsche Bank Asset Management unter Androhung des Abbruchs von Geschäftsbeziehungen genötigt, mit 17 Millionen Anteilen für den Merger zu votieren (Computerwoche online berichtete).

Hewlett-Packard erklärte in einer Stellungnahme, es habe sich nichts vorzuwerfen. Das Unternehmen unterhalte zur Deutschen Bank wie auch zu anderen institutionellen Anlegern langfristige Beziehungen. Einige hätten für, andere gegen die Fusion gestimmt, wieder andere hätten ihre Stimmen gesplittet oder ihre Meinung geändert - und zwar in beide Richtungen. Man habe zu keinem Zeitpunkt unrechtmäßig gehandelt und hoffe weiterhin, den Merger im geplanten zeitlichen Rahmen über die Bühne zu bekommen. (tc)